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Grossereignis
Zurich Film Festival: Von Null auf 100 in zehn Jahren

Binnen zehn Jahren hat sich das heute startende Filmfestival zu einem der wichtigsten Branchentreffs entwickelt. Hollywoodstars kommen gern in die Schweiz. Selbst neue Wirtschaftsphänomene sind Thema.

Von Mathias Ohanian
am 25.09.2014

Die Ambitionen waren gross, zu gross für den Anfang. Und so verzichteten Nadja Schildknecht und Karl Spoerri 2005 auf den Zusatz «international» im Namen – um keine übertriebenen Erwartungen zu wecken. Das hat sich nicht geändert: Bis heute heisst das wichtigste Schweizer Filmfestival noch immer schlicht Zurich Film Festival.

Doch was mit gerade einmal vier Mitarbeitern und 8000 Gästen begann, hat sich zu einem Event von internationalem Format gesteigert. Und die Zahl der Besucher dürfte sich in diesem zehnten Jahr mit rund 80'000 womöglich verzehnfachen. Das spiegelt sich im Budget, das mit insgesamt knapp 7 Millionen Franken einmal mehr um deutlich über 10 Prozent zum Vorjahr gestiegen ist.

Glanz und Glamour in Zürich

Dank des Festivals haben die Schweiz und Zürich an Glanz und Glamour gewonnen. Bekannte Filmstars sorgen für Gesprächsstoff. Der Skandal um die Verhaftung von Regisseur Roman Polanski 2009 brachte weltweite Schlagzeilen. Mittlerweile ist es gang und gäbe, dass sich Hollywoodstars in Zürich die Ehre geben. 2014 werden unter anderem Diane Keaton, Benicio del Toro oder Liam Neeson die Limmatstadt besuchen.

Tatsächlich stösst das Zurich Film Festival in eine Lücke. Für die globale Filmindustrie ist der deutsche Sprachraum mit seinen 100 Millionen potenziellen Kunden von enormer Bedeutung. Doch durchsetzungsstarke Grossanlässe gibt es nur wenige. Das mit Abstand bedeutendste Event der deutschsprachigen Branche findet mit der Berlinale jedes Jahr im Februar in der deutschen Hauptstadt statt. Der Ende Oktober abgehaltenen Viennale – in diesem Jahr immerhin in der 52. Auflage – läuft das grösste Schweizer Filmfestival womöglich schon bald den Rang ab.

14 Schweizer Filme am Start

Blockbuster mit internationalen Stars locken viele Filmfans an. Doch die Gefahr wächst damit, die künstlerischen Ambitionen zu vernachlässigen. Hier wollen Schildknecht und Spoerri gegenwirken: In diesem Jahr sind insgesamt 14 Schweizer Filme zu sehen – so viele wie nie zuvor. 

Selbst neue Wirtschaftsphänomene werden beleuchtet. So ist etwa die digitale Währung Bitcoin ebenfalls Thema. In einer internationalen Premiere zeigt das Festival den Dokumentarfilm «The Rise and Rise of Bitcoin». Der Film handelt vom rasanten Aufstieg und der Wertsteigerung der Währung gegen Ende des vergangenen Jahres. Beleuchtet werden die soziale und politische Dimension der neuen, von keiner Nationalbank kontrollierten Währung.

«The Rise and Rise of Bitcoin»

Der Film von Regisseur Nicholas Mross ist eine amerikanische Produktion und war ausserhalb der USA noch nirgends zu sehen. Im Rahmen des Festivals wird der Film gleich vier Mal zu sehen sein – an zwei Terminen sogar in Anwesenheit von Regisseur Mross persönlich, nämlich am kommenden Montag um 21 Uhr im Kino Arena 8 und am Dienstag um 12 Uhr im Filmpodium.

Welche Filme mit internationalen Stars noch am «Zurich Film Festival» zu sehen sind, lesen Sie in der Bildergalerie oben.

 

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