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Geldpolitik
Zinsentscheid in UK treibt Pfund weiter nach oben

Bank of England Deputy Governor for Monetary Policy Ben Broadbent, left, Governor Mark Carney and Executive Director for Communications Gareth Ramsay, right, attend the Bank of England's inflation report press conference in the City of London, Thursday Nov. 1, 2018. (Kirsty O'Connor/Pool via AP)
Das Gremium der Bank of England bei der Bekanntgabe des Zinsentscheids am Donnerstag. Quelle: Keystone .

Nach dem Zinsentscheid der Bank of England hat das Pfund seine Rally noch einmal beschleunigt. Die Währung kletterte auf ein Tageshoch.

Veröffentlicht am 01.11.2018

Wenige Monate vor dem Brexit hält die britische Notenbank ihr Pulver trocken. Die Währungshüter in London gaben am Donnerstag ihren einstimmigen Beschluss bekannt, den Leitzins bei 0,75 Prozent zu belassen.

Die Währungshüter liessen durchblicken, dass sie die Zinszügel künftig etwas schneller als bislang avisiert anziehen könnten, falls der EU-Ausstieg reibungslos über die Bühne gehen sollte. Experten erwarten, dass er erst im Mai 2019 und damit nach dem EU-Ausstieg das nächste Mal angehoben wird.

Ende 2021 könnte der Schlüsselsatz dann bei 1,4 Prozent liegen. Die Bank of England hatte ihn zuletzt im August auf das höchste Niveau seit fast einem Jahrzehnt angehoben.

Inflation abgemildert

Sie stemmte sich damit gegen die im Sog der Brexit-Entscheidung von Mitte 2016 ausufernde Inflation, die zeitweise weit über die Zielmarke der Notenbank von zwei Prozent hinausgeschossen war. Der Preisauftrieb hat sich inzwischen aber abgemildert: Zuletzt lag die Teuerungsrate mit 2,4 Prozent sogar niedriger als in Deutschland, wo sie im Oktober auf 2,5 Prozent gestiegen war.

Grossbritannien will Ende März 2019 die EU verlassen. Die Austrittsmodalitäten sind allerdings noch immer ungeklärt - ebenso die künftige Form der wirtschaftlichen Beziehungen zur EU. Diese Unsicherheit lastet auf der Wirtschaft.

So wächst die Industrie des Vereinigten Königreichs laut einer Umfrage des Forschungsinstituts IHS so langsam wie seit dem Brexit-Referendum nicht mehr und könnte zum Jahresende sogar schrumpfen. Auch in Deutschland warnt die Industrie inzwischen vor einer Krise durch einen ungeordneten Brexit.

Pfund steigt

Nach dem Zinsentscheid der Bank of England hat das Pfund seine Rally noch einmal beschleunigt. Die Währung des Vereinigten Königreichs kletterte auf ein Tageshoch von 1,2930 nach zuvor 1,2915 Dollar. Die Währungshüter liessen durchblicken, dass sie die Zinszügel künftig etwas schneller als bislang avisiert anziehen könnten, falls der EU-Ausstieg reibungslos über die Bühne gehen sollte. Am Donnerstag beliessen sie die Leitzinsen bei 0,75 Prozent.

Grossbritannien will Ende März 2019 die EU verlassen. Die Austrittsmodalitäten sind allerdings noch immer ungeklärt - ebenso die künftige Form der wirtschaftlichen Beziehungen zur EU. Am Donnerstag waren Hoffnungen aufgekommen, in einem wichtigen Teilbereich einen gemeinsamen Nenner zu finden.

Ein Insider sagte der Nachrichtenagentur Reuters, eine Einigung bei Finanzdienstleistungen sei in greifbare Nähe gerückt. Zuvor hatte schon die Zeitung «Times» darüber berichtet. Das trieb das Pfund rund 1,2 Prozent in die Höhe.

(reuters/awp/mlo)

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