Untersuchungen von Avaloq belegen die zunehmende Beliebtheit von Discretionary Portfolio Management, zu deutsch Diskretionäres Portfoliomanagement, kurz DPM. Diese Art des Investierens ermöglicht eine rasche Umsetzung von Anlageideen, bevor sich die Märkte zum Nachteil entwickeln sowie die Nutzung von Preisschwankungen an den Börsen in Echtzeit.

Der Anteil an Schweizer Anlegerinnen und Anlegern, die DPM nutzen, ist von 43% im Jahr 2022 auf 59% im Jahr 2023 gestiegen. Von allen untersuchten Ländern weist die Schweiz die höchste Nachfrage nach DPM auf. “Dies verdeutlicht den hohen Reifegrad des Vermögensverwaltungssektors in der Schweiz”, stellen die Studienautoren fest.

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3000 Personen weltweit befragt

Avaloq hat im Februar und März 2023 eine Online-Umfrage unter 3000 Anlegerinnen und Anlegern ab 18 Jahren in sechs europäischen und asiatischen Märkten durchgeführt: in Deutschland, in der Schweiz, im Vereinigten Königreich, in Hongkong, Japan und Singapur (500 befragte Personen pro Markt). 57% der Teilnehmenden kamen aus dem Affluent-Segment mit einem investierbaren Vermögen von USD 250’000 bis USD 1 Mio., 37% gehörten zum High-Net-Worth-Segment mit einem investierbaren Vermögen von USD 1 Mio. bis USD 50 Mio., und 6% zum Ultra-High-Net-Worth-Segment mit einem investierbaren Vermögen von über USD 50 Mio.

Höhere Risikobereitschaft bei Schweizer Investoren

Vor dem Hintergrund einer sich abkühlenden Weltwirtschaft und der Unsicherheit an den Märkten haben die Anleger in der Hoffnung auf langfristig bessere Renditen ihre Risikobereitschaft erhöht. 33% der Anleger in der Schweiz verfolgen einen sehr oder ziemlich aggressiven Ansatz in Bezug auf das Risiko; im Jahr 2022 waren es noch 21%. Bezüglich ihrer Anlagepräferenzen gaben 57% der in der Schweiz befragten Personen an, in Investmentfonds zu investieren, was diese zur beliebtesten Wahl macht. Auffällig ist auch, dass sich Schweizer Anlegerinnen und Anleger am häufigsten für Investitionen in Rohstoffe (48% gegenüber dem weltweiten Durchschnitt von 29%) und Devisen (43% gegenüber dem weltweiten Durchschnitt von 31%) entscheiden.

Grosses Interesse an Krypto-Währungen

Und auch bei Krypto-Währungen liegt die Schweiz punkto Akzeptanz digitaler Vermögenswerte ganz vorn: 57% der hiesigen Anlegerinnen und Anleger halten Krypto-Währungen. Der weltweite Durchschnitt liegt bei 37%. Die Studie von Avaloq zeigt, dass 57% der Schweizer Anleger Krypto-Währungen halten. Somit ist ein leichter Anstieg gegenüber dem Wert von 56% im Jahr 2022 zu verzeichnen. Von jenen, die in Krypto-Währungen investieren, tun dies 88% über eine Krypto-Börse – eine ungenutzte Chance für die traditionellen Banken und Vermögensverwalter in der Schweiz.

Von den Anlegerinnen und Anlegern, die bislang noch nicht in Krypto-Währungen investiert haben, zeigen 93% Interesse, dies bei ihrem traditionellen Finanzdienstleister zu tun, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten.

Discretionary Portfolio Management (DPM), bei dem Anlegerinnen und Anleger die volle Entscheidungsbefugnis an Finanzprofis abgeben, erfreut sich bei Schweizer Anlegerinnen und Anlegern zunehmender Beliebtheit. 59% der in der Schweiz befragten Personen gaben an, dass sie derzeit von DPM Gebrauch machen. Im Jahr 2022 waren es noch 43%. Dieser Anteil ist deutlich höher als in anderen europäischen Ländern wie dem Vereinigten Königreich (33%) und Deutschland (29%) und mit jenem in Singapur (53%) vergleichbar. Dies spiegelt nicht nur den hohen Reifegrad des Schweizer Vermögensverwaltungsmarkts wider, sondern auch das Vertrauen, das die Schweizer Anlegerinnen und Anleger in das Know-how der Fachleute der Branche setzen. 

Online-Broker werden immer beliebter

Auf die Frage, welche Informationsquellen sie bei ihren Anlageentscheidungen konsultieren, gaben 74% der Anlegerinnen und Anleger in der Schweiz an, sich auf Fachleute aus der Branche zu verlassen. Das ist der höchste Wert unter allen an der Umfrage beteiligten Ländern. Für die traditionellen Vermögensverwalter ist dies eine gute Nachricht. Allerdings bekommen sie zunehmend Konkurrenz von Online-Brokern, deren Beliebtheit in der Schweiz von 38% im Jahr 2022 auf 49% im Jahr 2023 gestiegen ist.

Kostensenkung bei Vermögensverwaltern nötig

Der Umfrage zufolge ist der Wunsch nach zusätzlichem Einkommen (59%) der wichtigste Motivationsfaktor für Schweizer Anleger, gefolgt von unternehmerischen Aktivitäten (52%) und Immobilienkäufen (48%).

Die Schweizer Anlegerinnen und Anleger sind auch am stärksten gewillt, der Gesellschaft etwas zurückzugeben: 30% der befragten Personen nutzen Investitionen zur Finanzierung von Spenden für wohltätige Zwecke. Das sind deutlich mehr als die 19%, die dies weltweit tun.

Georges Roten, Managing Director für die Schweiz und Liechtenstein bei Avaloq, äusserte sich dazu wie folgt: «Die Schweizer Banken und Vermögensverwalter geniessen bei den Schweizer Anlegerinnen und Anlegern nach wie vor hohes Vertrauen. Dieser Umstand verschafft ihnen im internationalen Vergleich eine starke Position, insbesondere wenn es um spezialisierte Vermögensverwaltungsdienstleistungen wie DPM geht.»

Dennoch dürften sich traditionelle Finanzinstitute keine Selbstgefälligkeit leisten. Um sich gegen die Konkurrenz etwa von Online-Brokern zu wappnen, müssen sich Schweizer Banken und Vermögensverwalter darauf konzentrieren, ihre Kosten zu senken und gleichzeitig das Know-how der Beraterinnen und Berater zu nutzen. (hzb/ajm)