09.06.2011 | 09:12
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Deutsche Banken lassen Griechenland im Stich

Finanzabzug aus dem Euro-Krisenstaat: Kreditinstitute aus Deutschland haben sich laut einem Medienbericht seit Mai 2010 von einem Drittel ihrer Griechenland-Anleihen getrennt. Dabei hatten sie zugesichert, ihre Bestände zu halten.

Artikel zum Thema: 

Deutsche Banken haben im Januar und Februar 2011 nur noch Griechenland-Anleihen über 10,3 Milliarden Euro gehalten. Das berichtete die «Financial Times Deutschland». Ende April 2010 seien es noch 16 Milliarden Euro gewesen. Dies gehe auf Bundesbankzahlen zu den Auslandforderungen der Institute gegenüber dem griechischen Staat hervor.

In der Statistik sind dem Bericht zufolge auch knapp 2 Milliarden Euro Anleihen der verstaatlichten Hypo Real Estate enthalten, die in die Bad Bank des Institut übergangen sind. Unter dem Strich hätten deutsche Banken somit rund 4 Milliarden Euro an griechischen Papieren abgestossen.

Nach einem Treffen mit dem deutschen Finanzminister Wolgang Schäuble im Mai 2010 hatten Deutschen-Bank-Chef Josef Ackermann und DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch im Namen der Kreditwirtschaft noch zugesichert, bestehende Kreditlinien gegenüber Griechenland und griechischen Banken aufrechtzuerhalten und sich dort nicht aus dem Anleihegeschäft zurückzuziehen.

Streiks in Bahnhöfen, Ministerien, Krankenhäusern

Zahlreiche griechische Gewerkschaften haben heute indes mit Arbeitsniederlegungen und Streiks in Staatsbetrieben auf das anstehende harte Sparpaket reagiert. Wie der griechische Rundfunk berichtete, kam der Eisenbahnverkehr zum Erliegen. Arbeitsniederlegungen gab es danach auch im Nahverkehr von Athen und in Ministerien. Zudem streikten viele Angestellte der staatlichen Telefongesellschaft, der staatlichen Lotterie und mehrerer Banken. In Krankenhäusern wurden nur Notfälle behandelt.

Auswirkungen auf den Tourismus gab es nicht. Wie der Rundfunk weiter berichtete, verlief der Fährverkehr normal und auch Flüge waren nicht beeinträchtigt. Die Gewerkschaften protestieren mit den Arbeitsniederlegungen gegen die geplanten Privatisierungen.

Das neue Sparprogramm der Regierung sieht vor, dass bis 2015 durch den Verkauf von Immobilien und Privatisierungen von Staatsbetrieben 50 Milliarden Euro in die Staatskassen fliessen sollen. Umfangreiche Streiks sind auch für den 15. Juni angekündigt.

(tno/rcv/awp)

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