Die Preise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen steigen und steigen. Eine neue Studie der UBS zeigt nun das wahre Ausmass: Vor 20 Jahren konnten sich noch 60 Prozent aller Haushalte Wohneigentum leisten. Mittlerweile sind es gerade mal noch 15 Prozent! Letzteres entspricht insgesamt 660'000 Haushalten. Damit platzt für immer mehr Personen der Traum vom eigenen Häuschen.

Damit nicht genug: Die Immobilien-Expertinnen der Grossbank rechnen damit, dass die Preise für Eigentumswohnungen auch dieses Jahr um 1,5 Prozent steigen werden. Bei Einfamilienhäusern rechnen sie mit einer Steigerung von 1,0 Prozent. 2025 dürfte wieder mehr Bewegung in die Preise kommen. Ob nach oben oder unten, lässt die UBS offen.

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Aber solange es genügend potenzielle Käuferinnen und Käufer gibt, steigen die Preise weiter. Und die gibt es. Einerseits wegen des Zuzugs zahlungskräftiger Personen aus dem Ausland. Andererseits verdienen gerade Personen aus der oberen Einkommensklasse immer mehr.

Die Flucht in preisgünstigere Regionen ist zudem kaum mehr möglich: Die Preise für Immobilien steigen mittlerweile auch in diesen Regionen immer stärker. Denn dank Homeoffice und anderen flexiblen Arbeitsmodellen nehmen Eigenheimbesitzer längere Pendlerwege auf sich. In der Ostschweiz und auch in Freiburg verteuerten sich Häuser 2023 mit einer Preissteigerung von 4 Prozent überdurchschnittlich stark. Dagegen sanken die Preise in Genf und Basel sogar leicht.

Auch Mieter sind nicht gefeit

Die Mieterinnen und Mieter sind vor höheren Kosten ebenfalls nicht sicher: 2023 sind die Mieten um fast 5 Prozent gestiegen. Das ist der stärkste Anstieg seit 15 Jahren.

Grund dafür ist unter anderem die Bauflaute: Beispielsweise haben sich die Baugesuche in den Kantonen Waadt und Aargau halbiert. Aber auch das Raumplanungsgesetz führt gemäss den Studienautoren zu einer Verlangsamung der Bautätigkeiten.

Die Anzahl geplanter Wohneinheiten hat sich bei 46'000 eingependelt – letztes Jahr wurden aber weniger 35'000 neue Wohnungen bewilligt. Das ist die grösste Differenz seit 30 Jahren. Wegen der zunehmenden Mietmarktregulierung wird Bauen auch nicht attraktiver. Ein rasches Ende der Bauflaute ist also nicht in Sicht.

Zudem geht es mit der Nachhaltigkeit nicht so richtig voran. Das Problem ist, dass es für Vermieter trotz Subventionen nicht gerade attraktiv ist, ihre Häuser zu sanieren. Bei Altstadtbauten übersteigen die Sanierungskosten den Mehrertrag deutlich. Es werden deshalb vor allem Immobilien energetisch saniert, bei denen es keine baulichen Hindernisse gibt.

Besonders in strukturschwächeren Kantonen besteht gemäss der UBS das Risiko eines Sanierungsstaus.