Lieferprobleme des Pharmakonzerns Roche könnten in Grossbritannien das Coronavirus-Testprogramm beeinträchtigen. Der Arzneimittelhersteller aus Basel räumte am Mittwoch ein, dass es aufgrund von Problemen in seinem Verteilzentrum in Sussex, Südengland zu Verzögerungen bei der Auslieferung von Produkten komme, darunter auch Coronavirus-Tests.

Dem Versand von Corona-Tests werde Vorrang eingeräumt und es werde alles getan, um die Versorgung des nationalen Gesundheitssystems NHS mit diesen Tests sicherzustellen, erklärte Roche.

Partner-Inhalte
 
 
 
 
 
 

Technische Panne

Der vor allem für seine Krebstherapien bekannte Konzern ist auch der weltgrösste Anbieter von Apparaturen und Methoden zur Diagnose von Erkrankungen und einer der NHS-Hauptlieferanten für diagnostische Tests. Die Behörde war erst vor wenigen Tagen von einer technischen Panne betroffen, die die Meldung von 15’000 positiven Testergebnissen verzögerte.

Wie lange es dauern wird, die Lieferprobleme zu beheben, die auf den Wechsel in ein neues Vertriebszentrum zurückgehen, war nicht zu erfahren. Roche arbeite mit Hochdruck an der Sache und habe zusätzliches Personal eingestellt, erklärte ein Sprecher des Konzerns. «Wir bedauern zutiefst, dass es bei der Auslieferung einiger Produkte zu einer Verzögerung gekommen ist, und entschuldigen uns bei allen unseren Kunden, die davon betroffen sind.»

Handelsministerin relativiert

Laut britischer Handelsministerin Liz Truss scheinen die Lieferprobleme von Roche aktuell keine Verzögerungen im Corona-Test- und Rückverfolgungsprogramm zu verursachen. «Es gibt keine Beweise dafür, dass diese Tests verzögert wurden», sagte sie gegenüber Sky News.

Allan Wilson, der Präsident des britischen Instituts für biomedizinische Wissenschaften, sagte in einem Interview mit BBC Radio 4, dass Labors bereits mit Versorgungsproblemen zu kämpfen hätten. Roche sei ein wichtiger Lieferant nicht nur von Coronavirus-Tests sondern auch von Tests und Materialien für Routine-Blutuntersuchungen, Gerinnungstests und in der Krebsdiagnostik.

(reuters/mbü)