Die Chronik des Libor-Skandals Mehrere internationale Grossbanken haben über lange Zeit den Interbanken-Zinssatz manipuliert. «Libor-Gate» ist ein Finanzskandal von noch nicht (be)greifbarem Ausmass. Zum Dossier...

Deutsche Bank: 80 Millionen Bonus für einen Banker

Einen Bonus von 80 Millionen Euro soll die Deutsche Bank einem Investmentbanker für das Jahr 2008 genehmigt haben. Mittlerweile wird gegen den Mann wegen Libor-Manipulationen ermittelt.

13.02.2013

Die Deutsche Bank hat im Jahr 2009 einem einzelnen Investmentbanker einen Rekordbonus von 80 Millionen Euro für das zurückliegende Jahr genehmigt. Das berichtet der «Stern». Demnach sollte mit dieser Summe der Zinsspekulant Christian Bittar belohnt werden, gegen den inzwischen wegen der Manipulation des Referenzzinssatzes Libor ermittelt wird und den die Bank 2011 entlassen hat.

Zum Vergleich: Der damalige Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann habe zu seiner besten Zeit 14 Millionen Euro im Jahr verdient, Festgehalt plus Bonus, schreibt das Magazin. Für das Finanzkrisenjahr 2008 kassierte der Schweizer demnach 1,4 Millionen Euro - auf einen Bonus verzichtete er damals, wie alle anderen Vorstandsmitglieder auch.

Der Bonus-Anspruch von Bittar ergab sich laut «Stern»-Informationen aus einer vertraglichen Formel, nach der dem Investmentbanker ein fixer Prozentsatz der von ihm erzielten Spekulationsgewinne zustand.

Der Gewinn soll in einem Jahr 500 Millionen Euro betragen haben. Der Vorstand habe Anfang 2009 den Bonus-Anspruch akzeptiert und lediglich beschlossen, die Auszahlung über mehrere Jahre zu strecken. Als Bittar 2011 die Bank verlassen musste, wurden die letzten 40 Millionen Euro einbehalten, heisst es weiter.

Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte sich nicht zu dem konkreten Fall äussern. Der heutige Deutsche-Bank-Co-Chef Anshu Jain - in dessen Zuständigkeit die Zinsspekulationen damals fielen - erklärte laut der Nachrichtenagentur dpa im Januar 2013, derartige Vergütungsmodelle gebe es bei der Bank seit der Finanzkrise nicht mehr.

(tno/rcv)

Diskussion
- Kommentare
Mehr zum Thema

Die Deutsche Bank hat im Jahr 2009 einem einzelnen Investmentbanker einen Rekordbonus von 80 Millionen Euro für das zurückliegende Jahr genehmigt. Das berichtet der «Stern». Demnach sollte mit dieser Summe der Zinsspekulant Christian Bittar belohnt werden, gegen den inzwischen wegen der Manipulation des Referenzzinssatzes Libor ermittelt wird und den die Bank 2011 entlassen hat.

Zum Vergleich: Der damalige Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann habe zu seiner besten Zeit 14 Millionen Euro im Jahr verdient, Festgehalt plus Bonus, schreibt das Magazin. Für das Finanzkrisenjahr 2008 kassierte der Schweizer demnach 1,4 Millionen Euro - auf einen Bonus verzichtete er damals, wie alle anderen Vorstandsmitglieder auch.

Der Bonus-Anspruch von Bittar ergab sich laut «Stern»-Informationen aus einer vertraglichen Formel, nach der dem Investmentbanker ein fixer Prozentsatz der von ihm erzielten Spekulationsgewinne zustand.

Der Gewinn soll in einem Jahr 500 Millionen Euro betragen haben. Der Vorstand habe Anfang 2009 den Bonus-Anspruch akzeptiert und lediglich beschlossen, die Auszahlung über mehrere Jahre zu strecken. Als Bittar 2011 die Bank verlassen musste, wurden die letzten 40 Millionen Euro einbehalten, heisst es weiter.

Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte sich nicht zu dem konkreten Fall äussern. Der heutige Deutsche-Bank-Co-Chef Anshu Jain - in dessen Zuständigkeit die Zinsspekulationen damals fielen - erklärte laut der Nachrichtenagentur dpa im Januar 2013, derartige Vergütungsmodelle gebe es bei der Bank seit der Finanzkrise nicht mehr.

(tno/rcv)

Meistgelesen

Die Gold-Initiative könnte die Nachfrage nach dem Metall deutlich erhöhen.
Rohstoffe

Nach dem Fed-Entscheid kam Gold unter Druck. Die Chancen auf eine Erholung stehen aber nicht schlecht. Technisch notiert Gold an seiner Unterstützung, die Gold-Initiative könnte Rückenwind bringen. Mehr...

VonGeorg Pröbstl
09:28
Goldinitiative macht Mindestkurs unglaubwürdig
Bedrohung

Die Märkte haben Respekt vor einer Annahme der Goldinitiative. Diese dürfte den Euro/Franken-Kurs und den Goldpreis beeinflussen. Das ist bereits jetzt sichtbar. Mehr...

VonAndrea Marthaler
09:19
Straftäter «Carlos» sitzt erneut im Gefängnis
Haft

«Carlos» kann es nicht sein lassen: Der verurteilte Straftäter ist nach einer Auseinandersetzung im Zürcher Langstrassenquartier verhaftet worden. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft. Mehr...

10:40
Schwyzer SVP sagt Ja zur Gold-Initiative
Abstimmung

Anders als die Mutterpartei empfiehlt die SVP des Kantons Schwyz die Annahme der umstrittenen Goldinitiative. Auch bei der Ecopop-Initiative ist eine Entscheidung gefallen. Mehr...

30.10.2014
Porsche schiebt Volkswagen kräftig an
Überholspur

Der Autobauer Volkswagen hat im abgelaufenen Quartal dank seiner Marken Porsche und Audi überraschend kräftig verdient. Eine Schwachstelle hat der Konzern aber noch immer. Mehr...

30.10.2014
Migros und Coop warnen vor Nuggis mit Erstickungsgefahr
Vorsicht

Der Detailriese ruft mehrere Modelle seiner Nuggis zurück. Wegen mangelnder Qualität kann sich der Saugteil vom Mundschild ablösen. Auch Konkurrenz Coop nimmt die Produkte aus dem Handel Mehr...

30.10.2014
Risiko

Viele Schweizer Immobilieninvestoren kaufen in Deutschland. Immer häufiger erwerben sie dabei Objekte an zweitklassigen Lagen. Damit steigt ihr Risiko. Mehr...

VonRoberto Stefano
06:04

Die aktuelle Ausgabe der Handelszeitung
 

Cover der aktuellen Ausgabe

 

Unsere Partner      
 

UBS in New York wegen Raubkunst angeklagt. Mehr

Swissness-Gesetz gefährdet Schweizer Biermarken. Mehr

Personenfreizügigkeit: Hilfe aus Luxemburg fehlt. Mehr

Das und vieles mehr finden Sie in der aktuellen Ausgabe der Handelszeitung.

Zum Inhaltsverzeichnis

Abonnieren

Die Handelszeitung jede Woche in Ihrem Briefkasten zum günstigen Abopreis.

Abonnemente

Studenten-Abo

Dienste für Abonnenten:

Die Handelszeitung ist Gründerin und Mitglied von Suite 150 – dem Klub der ältesten Unternehmen der Schweiz.
Zur Übersicht...