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Postbank bot für AWD gleichviel wie Swiss Life

AWD-Gründer Carsten Maschmeyer will die Swiss Life nicht über den Tisch gezogen haben. Die Finanzkrise bezeichnet er im Gespräch mit der «Handelszeitung» zudem als «Pech» für die Käufer seines Lebensw

VonPascal Ihle und Claude Baumann
21.11.2012

Der frühere AWD-Chef Carsten Maschmeyer wehrt sich gegen den Vorwurf, er habe beim Verkauf seines Lebenswerks den Schweizer Lebensversicherer über den Tisch gezogen. «An dem Tag, an dem Sie ein Unternehmen kaufen, zahlen Sie den Marktpreis», sagt Maschmeyer im Interview mit der «Handelszeitung». Dass die Krise dazwischen gekommen sei und allen Finanztiteln arg zugesetzt habe, sei «Pech» gewesen.
 
Ebenso verneint Maschmeyer, er habe beim Verkauf Swiss Life gegen die deutsche Postbank ausgespielt. «Beide wussten nichts voneinander.»  Laut Maschmeyer habe die Postbank den gleichen Preis für den deutschen Finanzvertrieb AWD geboten wie die Swiss Life, nämlich 1,9 Milliarden Euro.«Aber Swiss Life überzeugte mich aufgrund der Persönlichkeiten des damaligen Konzernchefs Rold Dörig und dessen Finanzchef Bruno Pfister», so der heutige Unternehmer und Investor. Zudem hätten die strategischen Pläne der Schweizer aus seiner Sicht besonders gut zu AWD gepasst

Wird AWD verschwinden

Auf die Frage, wonach die Marke AWD am mit Spannung erwarteten Investorentag der Swiss Life vom 28. November verschwinden soll, sagte Maschmeyer: «Ich freue mich, dass das von mir erfundene Geschäftsmodell der unabhängigen Finanzberatung bleibt, egal unter welchem Namen.» Und: «Ich habe das Unternehmen 2007 verkauft. Somit ist es völlig klar, dass die neuen Inhaber die Strategie und die Marke bestimmen.»
 
Seit einiger Zeit prozessieren Hunderte von geprellten Kunden in Deutschland und Österreich gegen AWD. Doch Maschmeyer kontert: «Zu 99 Prozent haben die Hersteller ihre Zusagen eingehalten, so dass fast alle Kunden hochzufrieden waren. Nur in einem Prozent der Fälle, nämlich im Segment von geschlossenen Fonds, haben die Hersteller nicht das geliefert, was sie versprochen hatten.»

AWD war nur Vertriebspartner

Und er betont: «AWD hat nie selber Produkte hergestellt. AWD war ein reiner Vertriebspartner. Dass die Klagen zu Hunderten abgewiesen wurden, weil die Gerichte sie als unberechtigt einstuften, bestätigt die hohe Beratungsqualität. Es gab Beratungsprotokolle und Gesprächsnotizen. Wenn eine Finanzkrise kommt und Sie in den betroffenen Produkten investiert sind, erleiden Sie nun einmal eine Wertminderung. Das war nicht vorherzusehen.»
 
Inzwischen hat Maschmeyer «grosse Haus» AWD verkauft und dafür viele kleine Häuser in anderen Branchen erworben, wie er gegenüber der «Handelszeitung» weiter sagt. «Darauf konzentriere ich mich nun und auf meine Beratungstätigkeit für Banken und Versicherungen.»

650 Millionen Vermögen

Mit seinen diversen Investmentgesellschaften hält Maschmeyer, der privat ein geschätztes Vermögen von 650 Millionen Euro und seit drei Jahren «sein Glück» mit der deutschen Filmschauspielerin Veronica Ferres «geniessen kann», verschiedene Beteiligungen an Internetfirmen, einem Fahrradhersteller, Bio-Technologieunternehmen und an einer chinesischen Musik-Download-Plattform.
Auf die Frage, ob da sein Spieltrieb durchdrückt sagt Maschmeyer: «Ich halte mich da lieber an die Regel: «Herz vor Kopf in der Liebe und Kopf vor Herz beim Geld.» 

Lesen Sie mehr zum Thema in der neuen Ausgabe der «Handelszeitung», ab Donnerstag am Kiosk.

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Der frühere AWD-Chef Carsten Maschmeyer wehrt sich gegen den Vorwurf, er habe beim Verkauf seines Lebenswerks den Schweizer Lebensversicherer über den Tisch gezogen. «An dem Tag, an dem Sie ein Unternehmen kaufen, zahlen Sie den Marktpreis», sagt Maschmeyer im Interview mit der «Handelszeitung». Dass die Krise dazwischen gekommen sei und allen Finanztiteln arg zugesetzt habe, sei «Pech» gewesen.
 
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Seit einiger Zeit prozessieren Hunderte von geprellten Kunden in Deutschland und Österreich gegen AWD. Doch Maschmeyer kontert: «Zu 99 Prozent haben die Hersteller ihre Zusagen eingehalten, so dass fast alle Kunden hochzufrieden waren. Nur in einem Prozent der Fälle, nämlich im Segment von geschlossenen Fonds, haben die Hersteller nicht das geliefert, was sie versprochen hatten.»

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Auf die Frage, ob da sein Spieltrieb durchdrückt sagt Maschmeyer: «Ich halte mich da lieber an die Regel: «Herz vor Kopf in der Liebe und Kopf vor Herz beim Geld.» 

Lesen Sie mehr zum Thema in der neuen Ausgabe der «Handelszeitung», ab Donnerstag am Kiosk.

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