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Schweizer Konkurrenz für Whats App

Sicherheit

Millionen Handynutzer kommunizieren über Whats App. Doch das Programm ist aus Gründen des Datenschutzes umstritten. Da will der Schweizer Manuel Kasper mit seiner App Threema in die Lücke springen.

VonTobias Keller
30.12.2013

Auf rund 400 Millionen Smartphones ist das Programm installiert. Whats App ist ein Publikumsrenner. Damit lässt sich anders als über SMS gratis zwischen Smartphones kommunizieren. Fotos, Text ja gar Sprachnachrichten werden auf Knopfdruck kostenlos übermittelt.

Nur bleiben die Liebesschwüre, Hasstiraden oder geheime Verabredungen auf den Servern des amerikanischen Whats-App-Erfinders und Betreibers unverschlüsselt gespeichert. Zudem muss, wer die App installieren will, sein ganzes Adressbuch in die USA hochladen. Es werden auch Nummern übermittelt, die nichts mit Whats App zu tun haben. Das ist heikel.

Kanada ermittelt wegen Whats App

Laut einem Bericht des deutschen Fernsehsenders WDR hat die kanadische Datenschutzbeauftragte Chantal Bernier deshalb ein Verfahren gegen Whats App eröffnet. Sie bemängelt darin drei Prunkte: das Hochlanden des gesamten Adressbuches, unsichere Datenverschlüsslung und Intransparenz.

Denn über den Whats-App Besitzer Jan Koum ist so gut wie nichts bekannt. Viel mehr als eine nichtssagende Adresse im kalifornischen Santa Clara kennt man über die Firma des Amerikaners nicht. Sein Unternehmen weiss jedoch über die Benutzer fast alles und die Server stehen in den USA – die seit der NSA-Affäre in Sachen Datenschutz nicht als Musterknabe gilt.

Schweizer App: über 100'000 Nutzer in Deutschland

Davon will nun ein Schweizer Unternehmer profitieren. Vor einem Jahr lancierte Manuel Kasper mit seiner Kasper Systems die erste Version von Threema.  Die Kommunikations-App kann das Gleiche wie Whats App, ist aber um einiges sicherer. Laut Entwickler Kasper (30) basiert sie auf einer asymmetrischen Verschlüsslung und kann daher nur vom Empfängergerät entschlüsselt werden. Er habe mehrere Monate in die Entwicklung investiert.

Im Moment gibt es Threema für iPhone und Android-Geräte. Die App kostet zwei Franken. In Deutschland gibt es laut Kasper bereits rund 110'000 Nutzer. «Dort sind die Menschen kritischer dem Staat gegenüber als in der Schweiz» sagt der App-Erfinder und fügt dazu: «Die Deutschen sind in Sachen möglicher Überwachung auch einiges vorsichtiger».

NSA-Affäre hat geholfen

Die Verkaufszahlen der Schweizer Whats-App-Konkurrenz sind seit Juni so richtig explodiert. Mit dem Bekanntwerden der Abhörgeschichten haben viele nach sicheren Alternativen gesucht und wurden bei Threema fündig. Mit dem Wachstum jedenfalls kann sich Kasper Systems, die in unscheinbaren Büros in Zürich sitzt, zufrieden geben. Das Produkt kam gerade auf den markt, als die Schlagzeilen um die Sicherheit der privaten Kommunikation hochkochten. Ein unternehmerischer Volltreffer.

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Auf rund 400 Millionen Smartphones ist das Programm installiert. Whats App ist ein Publikumsrenner. Damit lässt sich anders als über SMS gratis zwischen Smartphones kommunizieren. Fotos, Text ja gar Sprachnachrichten werden auf Knopfdruck kostenlos übermittelt.

Nur bleiben die Liebesschwüre, Hasstiraden oder geheime Verabredungen auf den Servern des amerikanischen Whats-App-Erfinders und Betreibers unverschlüsselt gespeichert. Zudem muss, wer die App installieren will, sein ganzes Adressbuch in die USA hochladen. Es werden auch Nummern übermittelt, die nichts mit Whats App zu tun haben. Das ist heikel.

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Laut einem Bericht des deutschen Fernsehsenders WDR hat die kanadische Datenschutzbeauftragte Chantal Bernier deshalb ein Verfahren gegen Whats App eröffnet. Sie bemängelt darin drei Prunkte: das Hochlanden des gesamten Adressbuches, unsichere Datenverschlüsslung und Intransparenz.

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