Meistgelesen

Mindestkurs: Finanz-Schwergewichte schlachten die heilige Kuh
SNB-Kritik

Marktbeobachter und Pressevertreter lobten die Politik der Nationalbank, den Mindetskurs unbedingt zu verteidigen. Die Kritiker werden aber lauter. Unter ihnen sind mehrere namhafte Personen. Mehr...

21.12.2014
Für risikofreudige Anleger bietet Russland eine dreifache Kursphantasie.
Aktien

Die Börse Moskau und der Rubel rauschten wochenlang ungebremst nach unten, doch Interventionen am Devisenmarkt haben nun den Turnerbund gebracht. Wie es weitergeht und worauf Anleger jetzt setzen. Mehr...

VonGeorg Pröbstl
20.12.2014
Udo Jürgens
Rückblick

Am Sonntag verstarb der begnadete Entertainer Udo Jürgens. Er wurde 80 Jahre alt. Ein Rückblick auf sein Leben. Mehr...

21.12.2014
Herzversagen

Eben noch trat der Entertainer im Hallenstadion auf. Nun verstarb Udo Jürgens völlig überraschend an Herzversagen. Der 80-Jährige war auf einem Spaziergang im Thurgau zusammengebrochen. Mehr...

21.12.2014
Sieben magere und sieben fette Jahre: 2015 bringt ein Happy End
Gastkolumne

Europa kann sich über vorteilhafte Wachstumsfaktoren freuen. Die Energiepreise und die Kapitalkosten sind niedrig, der Wechselkurs ist günstig. Für nächstes Jahr ist ein Happy End wahrscheinlich. Mehr...

VonSteen Jakobsen
20.12.2014
Kassen machen Kasse mit Versichterten
Gebühr

Neue Transparenzregeln des Bundes zeigen erstmals die wahren Kosten der beruflichen Vorsorge: Im Schnitt zwacken Vermögensverwalter fast 800 Franken pro Jahr ab. Mehr...

21.12.2014
Credit Suisse hat sich mit «Lake Las Vegas» verzockt
Millionen-Busse

In New York errang die Schweizer Grossbank Credit Suisse noch einen Justizsieg. In Texas unterliegen sie nun dem klagenden US-Hedgefonds Highland Capital. Die Strafe: 28 Millionen Dollar. Mehr...

20.12.2014

Anzeige

Schweizer Konkurrenz für Whats App

Sicherheit

Millionen Handynutzer kommunizieren über Whats App. Doch das Programm ist aus Gründen des Datenschutzes umstritten. Da will der Schweizer Manuel Kasper mit seiner App Threema in die Lücke springen.

VonTobias Keller
30.12.2013

Auf rund 400 Millionen Smartphones ist das Programm installiert. Whats App ist ein Publikumsrenner. Damit lässt sich anders als über SMS gratis zwischen Smartphones kommunizieren. Fotos, Text ja gar Sprachnachrichten werden auf Knopfdruck kostenlos übermittelt.

Nur bleiben die Liebesschwüre, Hasstiraden oder geheime Verabredungen auf den Servern des amerikanischen Whats-App-Erfinders und Betreibers unverschlüsselt gespeichert. Zudem muss, wer die App installieren will, sein ganzes Adressbuch in die USA hochladen. Es werden auch Nummern übermittelt, die nichts mit Whats App zu tun haben. Das ist heikel.

Kanada ermittelt wegen Whats App

Laut einem Bericht des deutschen Fernsehsenders WDR hat die kanadische Datenschutzbeauftragte Chantal Bernier deshalb ein Verfahren gegen Whats App eröffnet. Sie bemängelt darin drei Prunkte: das Hochlanden des gesamten Adressbuches, unsichere Datenverschlüsslung und Intransparenz.

Denn über den Whats-App Besitzer Jan Koum ist so gut wie nichts bekannt. Viel mehr als eine nichtssagende Adresse im kalifornischen Santa Clara kennt man über die Firma des Amerikaners nicht. Sein Unternehmen weiss jedoch über die Benutzer fast alles und die Server stehen in den USA – die seit der NSA-Affäre in Sachen Datenschutz nicht als Musterknabe gilt.

Schweizer App: über 100'000 Nutzer in Deutschland

Davon will nun ein Schweizer Unternehmer profitieren. Vor einem Jahr lancierte Manuel Kasper mit seiner Kasper Systems die erste Version von Threema.  Die Kommunikations-App kann das Gleiche wie Whats App, ist aber um einiges sicherer. Laut Entwickler Kasper (30) basiert sie auf einer asymmetrischen Verschlüsslung und kann daher nur vom Empfängergerät entschlüsselt werden. Er habe mehrere Monate in die Entwicklung investiert.

Im Moment gibt es Threema für iPhone und Android-Geräte. Die App kostet zwei Franken. In Deutschland gibt es laut Kasper bereits rund 110'000 Nutzer. «Dort sind die Menschen kritischer dem Staat gegenüber als in der Schweiz» sagt der App-Erfinder und fügt dazu: «Die Deutschen sind in Sachen möglicher Überwachung auch einiges vorsichtiger».

NSA-Affäre hat geholfen

Die Verkaufszahlen der Schweizer Whats-App-Konkurrenz sind seit Juni so richtig explodiert. Mit dem Bekanntwerden der Abhörgeschichten haben viele nach sicheren Alternativen gesucht und wurden bei Threema fündig. Mit dem Wachstum jedenfalls kann sich Kasper Systems, die in unscheinbaren Büros in Zürich sitzt, zufrieden geben. Das Produkt kam gerade auf den markt, als die Schlagzeilen um die Sicherheit der privaten Kommunikation hochkochten. Ein unternehmerischer Volltreffer.

Diskussion
- Kommentare
Mehr zum Thema

Auf rund 400 Millionen Smartphones ist das Programm installiert. Whats App ist ein Publikumsrenner. Damit lässt sich anders als über SMS gratis zwischen Smartphones kommunizieren. Fotos, Text ja gar Sprachnachrichten werden auf Knopfdruck kostenlos übermittelt.

Nur bleiben die Liebesschwüre, Hasstiraden oder geheime Verabredungen auf den Servern des amerikanischen Whats-App-Erfinders und Betreibers unverschlüsselt gespeichert. Zudem muss, wer die App installieren will, sein ganzes Adressbuch in die USA hochladen. Es werden auch Nummern übermittelt, die nichts mit Whats App zu tun haben. Das ist heikel.

Kanada ermittelt wegen Whats App

Laut einem Bericht des deutschen Fernsehsenders WDR hat die kanadische Datenschutzbeauftragte Chantal Bernier deshalb ein Verfahren gegen Whats App eröffnet. Sie bemängelt darin drei Prunkte: das Hochlanden des gesamten Adressbuches, unsichere Datenverschlüsslung und Intransparenz.

Denn über den Whats-App Besitzer Jan Koum ist so gut wie nichts bekannt. Viel mehr als eine nichtssagende Adresse im kalifornischen Santa Clara kennt man über die Firma des Amerikaners nicht. Sein Unternehmen weiss jedoch über die Benutzer fast alles und die Server stehen in den USA – die seit der NSA-Affäre in Sachen Datenschutz nicht als Musterknabe gilt.

Schweizer App: über 100'000 Nutzer in Deutschland

Davon will nun ein Schweizer Unternehmer profitieren. Vor einem Jahr lancierte Manuel Kasper mit seiner Kasper Systems die erste Version von Threema.  Die Kommunikations-App kann das Gleiche wie Whats App, ist aber um einiges sicherer. Laut Entwickler Kasper (30) basiert sie auf einer asymmetrischen Verschlüsslung und kann daher nur vom Empfängergerät entschlüsselt werden. Er habe mehrere Monate in die Entwicklung investiert.

Im Moment gibt es Threema für iPhone und Android-Geräte. Die App kostet zwei Franken. In Deutschland gibt es laut Kasper bereits rund 110'000 Nutzer. «Dort sind die Menschen kritischer dem Staat gegenüber als in der Schweiz» sagt der App-Erfinder und fügt dazu: «Die Deutschen sind in Sachen möglicher Überwachung auch einiges vorsichtiger».

NSA-Affäre hat geholfen

Die Verkaufszahlen der Schweizer Whats-App-Konkurrenz sind seit Juni so richtig explodiert. Mit dem Bekanntwerden der Abhörgeschichten haben viele nach sicheren Alternativen gesucht und wurden bei Threema fündig. Mit dem Wachstum jedenfalls kann sich Kasper Systems, die in unscheinbaren Büros in Zürich sitzt, zufrieden geben. Das Produkt kam gerade auf den markt, als die Schlagzeilen um die Sicherheit der privaten Kommunikation hochkochten. Ein unternehmerischer Volltreffer.

Die aktuelle Ausgabe der Handelszeitung
 

Cover der aktuellen Ausgabe

 

Unsere Partner      
 

Börsenexperte Marc Faber: «Kurssturz um 30 Prozent». Mehr

Peter Spuhler ist Unternehmer des Jahres 2014. Mehr

«Geld ist ein untauglicher Indikator für Erfolg». Mehr

Das und vieles mehr finden Sie in der aktuellen Ausgabe der Handelszeitung.

Zum Inhaltsverzeichnis

Abonnieren

Die Handelszeitung jede Woche in Ihrem Briefkasten zum günstigen Abopreis.

Abonnemente

Studenten-Abo

Dienste für Abonnenten:

Die Handelszeitung ist Gründerin und Mitglied von Suite 150 – dem Klub der ältesten Unternehmen der Schweiz.
Zur Übersicht...