Der Präsident des Energieunternehmens Axpo, Thomas Sieber, hat sich gegen einen Vergleich mit der Grossbank Credit Suisse gewehrt. Beim Rettungsschirm von vier Milliarden Franken ist es um vorübergehende Liquiditätsengpässe gegangen, wie er sagte.

Das Geld fliesse zurück, sobald die Axpo den Strom liefere, sagte Sieber im Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Donnerstag. Ähnlich sei einzig, dass der Bund in beiden Fällen sehr schnell gehandelt habe.

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Bis zu vier Milliarden Franken für Axpo

Im Herbst letzten Jahres hatte das Parlament der Axpo bis zu vier Milliarden Franken garantiert - im äussersten finanziellen Notfall. Von der Kreditlinie des Bundes hätte das Unternehmen noch keinen Franken angerührt, sagte Sieber. Die staatliche Kreditlinie bedeute auch ein Boni-Verbot für die Geschäftsleitung und den Verwaltungsrat. Zudem gibt es keine Dividenden.

Vor wenigen Tagen stellte eine externe Untersuchung «keine wesentlichen Mängel» bei der Geschäftsführung des Unternehmens fest. Verbesserungspotential gebe es aber. Der Bericht empfahl etwa, bestehende Risikokennzahlen zu ergänzen. Zur Situation im letzten Herbst sagte Sieber im aktuellen Interview: «Das war ein schwarzer Schwan, also ein Ereignis, das nicht vorhersehbar war.» Einen Strategiewechsel sieht das Unternehmen nicht vor.

«Der nächste Winter wird möglicherweise noch schwieriger»

Über den Berg sind die Axpo und die Energiebranche laut Sieber noch nicht. «Der nächste Winter wird möglicherweise noch schwieriger als der vergangene», sagte er. Die Politik habe die Rahmenbedingungen verbessert. Nun brauche es unter anderem eine eine Anschlusslösung an die zeitlich und mengenmässig begrenzte Solar- und Windoffensive des Parlaments.

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(sda/gku)