Was ist Ihrer Ansicht nach momentan das drängendste arbeitsrechtliche Problem beim Thema Covid-Zertifikat?
Nicole Vögeli Galli: Probleme bereiten aktuell insbesondere Mitarbeitende, welche sich trotz klarer Notwendigkeit eines Zertifikats, etwa im Gesundheitsbereich, der Veranstaltungsbranche oder bei Kontakt mit Dritten weigern, sich regelmässig testen zu lassen. Oft handelt es sich dabei um Personen, welche sämtliche Coronamassnahmen grundsätzlich in Frage stellen und damit auch den Betriebsfrieden gefährden, da sie ihre Meinung am Arbeitsplatz pflichtwidrig kundtun. Werden Verwarnungen ausgesprochen, wird infolge meist eine Arbeitsunfähigkeit geltend gemacht.

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Wie sollen Vorgesetzte reagieren, wenn Mitarbeitende diese Massnahmen offensiv kritisieren?
Wichtig ist eine klare Kommunikation der geltenden Massnahmen und der Folgen bei Missachtung unter Erläuterung, warum diese erlassen werden. Bei Nicht-Einhalten ist sodann mit den entsprechenden arbeitsrechtlichen Massnahmen bis hin zur fristlosen Kündigung zu reagieren. Gilt die Zertifikatspflicht dürfen Mitarbeitende vor Ort ohne Zertifikat nicht eingesetzt werden und haben keinen Lohnanspruch.