Je sicherer sich jemand fühlt, desto mehr Risiken geht er ein. Wer ums Überleben kämpft, käme nie auf die Idee, sich aus Spass mit einem Fallschirm von einem Felsen zu stürzen. Schon gar nicht in Lauterbrunnen, wo weltweit am meisten Basejumper sterben. So etwas kommt nur jemandem in den Sinn, der in Wohlstand und relativer Sicherheit lebt.

Risikokompensation wird das in der Wissenschaft genannt oder auch Risikohomöostase. Dabei wird davon ausgegangen, dass jeder Mensch ein bestimmtes Risikoniveau in seinem Leben sucht, ­einen Gleichgewichtszustand. Wenn also das Risiko in einem Bereich sinkt, werden Risiken in anderen Bereichen erhöht.