Dass die Kunstdevise Bitcoin und überhaupt die Krypto-Währungen nur etwas für starke Nerven sind, erlebt man wieder an diesem Montag. Zuvor hatte der Bitcoin nach einem spektakulären Aufstieg am Freitag die Marke von 42'000 Dollar erreicht. Bis am Sonntagabend brach der Kurs dann auf 38'000 Dollar ein und sackte weiter ab. Im frühen europäischen Handel pendelte er um 35'500 Dollar, dann folgte ein weiterer Rutsch an die Grenze von 30'000 Dollar.

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Anders gesagt: Am Sonntag und Montag erlebt der Bitcoin einen Rückschlag von rund 25 Prozent. 

Experten wittern hier primär Gewinnmitnahmen: Nach dem Plus über 135 Prozent innert eines Monats fanden es viele an der Zeit, etwas Kasse zu machen. Die grundsätzliche Frage lautet aber: Wird der Rückschlag von einer Mehrheit der Anlegen in den nächsten Stunden und Tagen als Chance zum Einstieg verstanden – oder aber als Trendwende?

Die Bilanz am Montag: Seit Jahresbeginn legte der Bitcoin um gut 20 Prozent zu. Im Vergleich zum Stand vor einem Jahr hat er sich mehr als vervierfacht – beziehungsweise ein Plus von gut 340 Prozent eingefahren. Und im Fünf-Jahres-Vergleich ergab sich fast eine Verzehnfachung: Ein Zuwachs um über 9000 Prozent.

Bitcoin Kurs 2016 2021

Turbulente 5 Jahre: Kurs des Bitcoin von Januar 2016 bis Januar 2021.

Quelle: Google

Der Kurs zeigt um die jüngste Jahreswende jedenfalls eine weitaus dramatischere Kurve als in der ersten «Bitcoin Bubble» zwischen 2017 und 2018.

Zunehmend melden sich denn auch Vertreter der klassischen Finanzindustrie mit Warnungen. Deutlich wurde am Montag zum Beispiel die britische Finanzmarktaufsicht FCA: «Investitionen in Kryptoanlagen oder Anlagen und Ausleihungen, die damit verbunden sind, bedeuten allgemein, dass man sehr hohe Risiken trägt», schrieb die Financial Conduct Authority. «Wenn Konsumenten in diese Art von Produkten investieren, sollten sie bereit sein, all ihr Geld zu verlieren.»

In der Schweiz meldete sich unter anderem der Chief Investment Officer von Raiffeisen, Matthias Geissbühler: Die heutige Tagesschwankung zeige, dass der Bitcoim kaum als breit einsetzbares Zahlungsmittel oder zur Wertaufbewahrung diene könne. «Kein intrinsischer Wert», so Geissbühler: «Aus unserer Sicht pure Spekulation.»

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Deutlich wurde auch der Chief Investment Strategist des US-Finanzriesen Bank of America: Die jetzige Bitcoin-Entwicklung könnte sich als «the mother of all bubbles» erweisen, so Michael Hartnett in einem Anlegerbrief. Der Zuwachs über 1'000 Prozent seit Anfang 2019 sei krasser als die Gewinne bei anderen Anlagen, die sich im Nachhinein als Schäume erwiesen hatten.

Harnett nannte als Vergleichswerte den Goldpreis in den späten 1970ern, die Japan-Aktien in den späten 1980ern, die thailändische Börse vor der Asienkrise Mitte 1990er, die Dotcom-Blase der späten 1990er oder die Immobilienpreise vor der Finanzkrise 2008. In all diesen Märkten seien die Zuwächse noch im dreistelligen Prozentbereich geblieben.

(rap – mit Material von «Bloomberg»)

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