Seit April 2023 ist Sergio Ermotti (65) erneut Konzernchef der UBS – und das wird vorläufig auch so bleiben. Eigentlich sollte der Tessiner nächsten April von einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin abgelöst werden. Doch die Schweizer Grossbank legt die Suche dafür nun vorerst auf Eis, wie die «NZZ» unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen berichtet.

Demnach will der Verwaltungsrat rund um Präsident Colm Kelleher (68), dass Ermotti nach der erfolgreichen Integration der untergegangenen Credit Suisse auch bei der nächsten Baustelle aufräumt: den verschärften Eigenkapitalvorschriften, gesetzt durch das Finanzdepartement von Bundesrätin Karin Keller-Sutter (62).

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Ermotti bleibt, bis Regulierungsfrage geklärt ist

Der Bund sieht nach dem Credit-Suisse-Debakel verschärfte Kapitalvorschriften für systemrelevante Banken vor. Dies könnte die UBS dazu zwingen, bis zu 26 Milliarden Franken zusätzliches Eigenkapital aufzubauen. Zudem soll die Bank ihre Auslandstöchter künftig mit 100 Prozent ihres Werts absichern – ein massiver Anstieg gegenüber den bisherigen 60 Prozent. Die UBS lehnt die Verschärfungen klar ab.

Solange die Bank in der Kapitalfrage keine Klarheit habe, könne der Verwaltungsrat auch keinen geeigneten Nachfolger für Ermotti wählen, heisst es vonseiten der Quellen. Es sei im gegenwärtigen Umfeld unmöglich, nur schon ein Anforderungsprofil für die Nachfolge zu definieren. Die UBS äussert sich nicht zu einem konkreten Abgangstermin ihres Konzernchefs. Ermotti ist aber offenbar der Mann, der die Regulierungsfrage ein für alle Mal klären soll. Und für Kelleher ist klar: Bis das der Fall ist, bleibt der Tessiner an der Konzernspitze.