Christian Dreyer ist CEO der CFA Society Switzerland. CFA steht für die Ausbildung mit Abschluss als Chartered Financial Analyst. Der Titel ist einer der begehrtesten der Finanzbranche weltweit. Die CFA-Kandidaten müssen drei Prüfungen absolvieren, bei denen nur etwa die Hälfte durchkommt. Dabei sind die Prüflinge fast alle schon vorher gut ausgebildet, meist mit einem Master in Wirtschaftswissenschaften oder verwandten Fächern; aber auch Mathematiker und Physiker holen sich in der quantitativ anspruchsvollen Weiterbildung ihr Rüstzeug für die Welt der Finanzen und Börsen.

Dreyer selber ist natürlich CFA Charterholder – so wird das korrekt referenziert. Er war früh in seiner Karriere schon Chef der Finanzanalysten bei der Basler Kantonalbank. Lange führte er auch eine eigene Firma, die sich auf Pensionskassen spezialisierte.

«Investieren ist Handwerk und Intuition», sagt Dreyer. Er selber hat für sein Geld ein Handwerks- und eine kleineres Intuitions-Portfolio.

Dreyer kam dank Bauchgefühl zum Tesla

Zuerst zur Intuition: Tesla. Er kaufte die Aktie der Firma schon sehr früh, als sie noch keine 50 Franken wert war. Damals fuhr er einen Mini Clubman. Heute ist er mit einem Tesla unterwegs. «Den hat mein Investment in die Aktie finanziert», sagt er mit einem Siegerlächeln. Zuerst fuhr er einen Tesla Model S, jetzt das kleinere Model 3. «Ich brauche kein so grosses Auto wie das Model S.»

Er ist ein Fan der Selbstfahrmodule von Tesla und würde es gerne sehen, wenn Schweizer Gesetze deren Einsatz grosszügiger erlauben würden. Tesla-Aktien hat er immer noch.

Dreyer wohnt in der Nähe von Basel, hat sein Büro aber in Zug. Wer will, kann seine Verbundenheit mit Basel an seinen Aktienengagements ablesen. Beispielsweise ist er bei der Immobilienfirma Hiag investiert, die zur Mehrheit der Basler Familie Grisard gehört. Dreyer kennt Felix Grisard, dessen Geschäftssinn er hoch schätzt. Gleiches gilt für Jean-Paul Clozel, in dessen Basler Biotech-Firma Idorsia er investiert ist.

Ein besonderes Anliegen ist Dreyer die Förderung der Ethik auf dem Schweizer Finanzplatz. Zudem engagiert er sich in der Aus- und Weiterbildung von Finanzprofis. Unter anderem hilft er bei der CFA Institute Research Challenge mit. Dort treten internationale Studententeams bei der Analyse einer Anlageidee gegeneinander an. Im vorletzten Fall wurde die Schweizer VAT Group analysiert. Dreyer hat danach Aktien der Firma gekauft. «Könnte ein Übernahmekandidat für eine chinesische Firma sein.»

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Christian Dreyer, Finanyanalyst

Fürs Handwerk setzt er auf Roboter: Finanzanalyst Christian Dreyer.

Quelle: ZVG

Aktien der US-Softwarefirma Workiva hält er, weil er glaubt, dass Firmenbuchhaltungen mit dem XBRL-Standard weite Verbreitung finden werden. Davon würde Workiva profitieren. Dreyer selber hält viel von XBRL, er fördert diesen auch. So viel zur Intuition, jetzt zum Handwerk.

Russland, China, Ether und Gold 

Dreyer ist Kunde beim Schweizer Robo-Advisor True Wealth. Er zahlt dort monatlich einen Betrag ein, der in Fonds passiv angelegt wird. Der grösste Teil seines Vermögens ist passiv in Fonds investiert. Darunter hat er etwa einen ETF auf den China Securities Index 300. «China wird langfristig der wichtigste Kapitalmarkt der Welt werden.» Zudem hat er einen Russland-ETF. «Der Markt ist günstig bewertet.»

Dann hat er zwischen 5 und 10 Prozent Gold, als Schutz vor Krisen. Er hat Gold physisch gekauft, also Barren. Zudem hat er rund 5 Prozent seines Portfolios in die Kryptowährung Ether investiert. Nicht weil er daran als Währung glaubt, sondern eher als Infrastruktur-Werkzeug. Damit liessen sich sehr viele Geschäftsprozesse automatisieren.

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Das Depot

  1. HIAG: Aktien dieser Immobilienfirma hat Dreyer gekauft, weil er findet, deren Mehrheitseigner habe einen guten Geschäftssinn.
  2. RusslandRussische Aktien seien günstig bewertet. Deshalb ist ein Länder-ETF darauf im Depot.
  3. Tesla: Der Kurs der Aktie ist stark gestiegen, Dreyer glaubt an weitere Gewinne.
  4. GoldAls Schutz vor Krisen dient das gelbe Edelmetall – zwischen 5 und 10 Prozent des Depotwertes.

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