Louis Leopold Boilly (1761-1845), French School, The Seven Deadly Sins: The Gluttony, 1824, Private Collection, C17910. (Photo by: Christophel Fine Art/UIG via Getty Images)

Die sieben Todsünden des Investierens

Von Peter Frech
am 09.12.2019

«Gula»: Völlerei und Masslosigkeit können zu höllisch teuren Sünden werden.

Quelle: Getty Images

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Die Adventszeit bietet Anlegern Anlass, auf wertvollen christlichen Rat zu hören. Sieben Todsünden gilt es beim Investieren zu vermeiden.

Die nahenden christlichen Feiertage sind ein guter Anlass, sich auf einige religiöse Leitlinien zu besinnen – und einmal ein Blick auf die sieben Todsünden zu werfen: Denn die «Do’s and Don’ts» der katholischen Lehre können helfen, beim Investieren grobe Fehler zu vermeiden. Peter Frech von Quantex hat diesen Blick gewagt. Hier sein Überblick über die bekannten menschlichen Schwächen, ihre Folgen für Anlegen – sowie die Stärken, die dagegen Abhilfe versprechen.

Der Autor

Peter Frech hat Psychologie an der Universität Zürich studiert, danach arbeitete er einige Jahre als Finanzjournalist. Seit 2005 ist er als Fondsmanager tätig, seit 2007 arbeitet er für die Schweizer Fondsfirma Quantex. Frech verwaltet den Quantex Strategic Precious Metal Fund, den Quantex Commodity Fund und den Quantex Global Value Fund.

Beginnen wir mit der wohl häufigsten Sünde beim Investieren:

Superbia: Hochmut, Stolz, Eitelkeit

Hier geht es um die Weigerung, die menschliche Fehlerhaftigkeit anzuerkennen und entsprechend die eigenen Fähigkeiten für überlegen zu halten.  Der Hochmut manifestiert sich etwa in zu häufigem Trading, der Verwendung von Kredithebeln und Optionen beim Investieren oder der generellen Verbreitung von Prognosen als Basis für Anlageentscheide. Der Börsenzirkus ist voll von selbstsicher auftretenden Experten, die genau zu wissen scheinen, wie sich die Dinge in Zukunft entwickeln werden. Die Anfälligkeit für die Sünde wächst natürlich bei allen Anlegern, wenn sie zu lange zu viel Geld verdienten – deshalb sieht man häufig, dass Investoren oder Fonds nach einer Strecke des Erfolgs besonders spektakulär abstürzen.

Hochmut kommt in der Anlagewelt definitiv vor dem Fall. Eine mildere Form von Superbia dürfte die Eitelkeit sein, die mit Kauf von Investments zur reinen Selbstprofilierung einhergeht: Besonders nachhaltige oder grüne Anlagen zum Beispiel oder trendige Technologie-Startups, mit denen man dann gerne vor Publikum seine Zugehörigkeit zu einer Gruppe von «besseren» Investoren demonstriert.

Die Tugend: Demut

Sie hält den Hochmut im Zaum: Die Fehlerhaftigkeit von Prognosen anerkennen oder sie gleich ganz sein zu lassen etwa ist demütig. Ebenso der Verzicht auf die Verwendung von gehebelten Investments, die ja letztlich darauf beruhen, dass man exakt zu wissen glaubt, was die Zukunft bringt. Demut hilft auch dabei, Positionen rechtzeitig zu verkaufen, besonders solche mit einem Verlust. Man anerkennt, dass man einen Fehler gemacht hat und zieht weiter zu besseren Anlagegelegenheiten.

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