Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel hat eine Studie über Krypto-Investoren in den USA gemacht. Die Ökonomen Raphael Auer (BIZ) und David Tercero-Lucas (Universitat Autònoma de Barcelona) erarbeiteten dabei diverse soziologische Erkenntnisse über die Menschen, die ihr Geld in dieses neue Geld stecken.

Die makroökonomische Auswertung basiert auf Konsumenten-Daten der amerikanischen Notenbank Fed. Heraus kam dabei, dass die Anleger von Kryptowährungen nicht unbedingt wilde Spekulanten sind. Man sucht die Coins nicht zwingend als Alternative zu Fiat-Währungen. Entgegen der weit verbreiteten Meinung verfügen Kryptowährungs-Investoren genauso über ein Sicherheitsbedürfnisse wie andere Investoren. 

Weniger erstaunlich an der Studie ist, dass vor allem Männer in Kryptowährungen investieren – Frauen sind nach wie vor in der grossen Minderheit. Die Herren verfügen zudem über ein höheres Einkommen und ein höheres Bildungsniveau.

Bei den wenigsten zu, dass sie einfach eines Tages beschlossen haben, in Kryptowährungen zu investieren: Die Daten aus der BIZ widersprechen auch dem gängigen Klischeebild irgendwelcher junger Nerds, die auf die Kryptoschiene geraten sind. Vielmehr haben die Bitcoin-&Co-Anleger meist zuvor schon Erfahrungen mit digitalen Finanztools gemacht. So etwa mit der Nutzung von Mobile Apps zur Bezahlung oder mit Online-Banking. 

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Befassen sich intensiv mit der Materie

Bei den Krypto-Anlegern gilt: Wissen ist Macht. Sie suchen sich mehrheitlich grosses Wissen über die verschiedenen Kryptowährungen, was auch ihre Investitionsentscheidungen beeinflusst.

Vor allem die Besitzer von Ether verfügen über ein hohes Einkommen und Bildungsniveau. Wer auf Litecoin setzt, hat hingegen den geringsten Bildungsgrad

Wer einmal Blut geleckt hat, investiert immer wieder: Auch das besagt die Studie. Die Wahrscheinlichkeit, wieder in Kryptowährungen zu investieren, ist doppelt so hoch bei Leuten, die bereits solche Coins besitzen.

Bitcoin, Aktie, Obli: Who cares?

Die Analyse aus Basel führt auch zu einer Interpretation der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich: Die Ziele der Investoren von Kryptowährungen seien die gleichen wie bei anderen Anlageklassen. Es gibt also wenig Grund, ständig zu unterscheiden zwischen – beispielsweise – Aktien-Anlegern und Bitcoin-Anlegern. Eher sollten die Regulierungen für den Kryptomarkt gleich sein wie bei anderen Investitionsvehikeln.

«Kryptowährungen werden nicht als Alternative zu Fiat-Währungen oder regulierten Finanzen gesucht, sondern sind ein digitales Nischen-Spekulationsobjekt», so ein Fazit.

Ein klärender regulatorischer und aufsichtsrechtlicher Rahmen für Kryptowährungsmärkte könne für die Branche von Vorteil sein, heisst es in der Studie. Das macht auch Sinn, denn regulatorische Ankündigungen hatten bisher immer einen starken Einfluss auf die Kurse und die Transaktionsvolumina. 

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Eine bessere Regulierung könne vorteilhaft sein, schreibt Raphael Auer. Es gehe dabei um die grundlegende Sicherheit von vielen Kryptowährungen. «Die langfristige Überlebensfähigkeit von Kryptowährungen, die auf Proof-of-Work basieren, ist ansonsten fraglich», so eine Aussage in der Studie.

Wesentlich sei dabei auch, dass die Einkünfte der Miner jederzeit hoch genug seien. Nur damit könnten sichere Transaktionen garantiert werden. «Insbesondere im Fall von Bitcoin wird die Sicherheit von Zahlungen jedes Mal abnehmen, wenn die 'Blocksubvention' sinkt».

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Gefordert wird deshalb eine Institutionalisierung der Kryptowährungen. Dass diese Idee ausgerechnet von der BIZ kommt, ist kein Zufall. Schliesslich ist die «Zentralbank der Zentralbank» nahe an den staatlichen Instituten und Regulatoren dran.

Das Hauptziel solle eine kostengünstige Überwachung dezentraler Märkte sein. In Zusammenhang mit den jüngsten Entwicklungen stelle sich die Notwendigkeit einer angemessenen aufsichtsrechtlichen Überwachung der Kryptowährungsbranche als entscheidend dar. 

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