Die Corona-Krise trifft vor allem viele kleinere und mittlere Unternehmen hart. Mit dem staatlich verordneten Lockdown wurden wirtschaftlichen Aktivitäten eingeschränkt oder gar unterbrochen. Das hat auch Konsequenzen für die berufliche Vorsorge. Der konjunkturelle Einbruch führt zu Rückständen bei Beitragszahlungen in die Pensionskassen. Gleichzeitig haben die Turbulenzen an den Kapitalmärkten das angesparte Alterskapital vermindert. Zahlreiche Vorsorgeeinrichtungen mit einem dünnen finanziellen Polster sind in eine Schieflage geraten. Damit wird ein professionelles Risikomanagement umso dringlicher. Die Entscheidungsorgane müssen sich mit aussagekräftigen Zahlen ein Bild verschaffen, wie es um ihre Kasse steht.   

Aufsichtssystem stärken

Im Gegensatz zu den Versicherungsgesellschaften, die von der Aufsichtsbehörde Finma via Swiss Solvency Test (SST) in einem anlagetechnisch engen Korsett gehalten werden, haben die Pensionskassen mehr Freiheiten bei ihrer Investitionstätigkeit. Die Rezession im Gefolge der Corona-Pandemie wirkt sich auf der Aktivseite ihrer Bilanz nun aber gleich mehrfach negativ aus. Die Aktienkurse haben nach unten korrigiert, die Ausfallquote bei Obligationen steigt, und der Krisenmodus drückt auf die Immobilienbewertungen. Für den Stiftungsrat einer Vorsorgeeinrichtung heisst das: Er muss die finanziellen Risiken und Chancen beurteilen und die notwendigen Massnahmen treffen. Wichtig ist dabei ein verlässliches Risikomanagement, gestützt auf Daten, die nach einheitlichen Kriterien erhoben werden.