Am zweiten Tag nach der Lancierung hat Facebook schon eine deutschsprachige Site für seine Kunst-Währung Libra beziehungsweise für sein Wallet Calibra aufgeschaltet. Es ist eine Erklär- und Image-Site mit den üblichen FAQs und Kleinstfilmen. Man kann sich aber auch schon anmelden – um informiert zu werden, sobald der Start erfolgt. 

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Wie gestern bestätigt wurde, will Facebook nächstes Jahr eine Kryptowährung nahmens Libra starten. Sie wird zunächst via Messenger, in WhatsApp und auch in einer unabhängigen App namens Calibra eingesetzt werden können. 

Die Idee: Dank Libra sollen man einander einfacher Geld zusenden können. Und: Libra soll Menschen neue Chancen eröffnen, welche bislang weder Zugriff auf ein Bankkonto noch auf ein Kreditkarte hatten. Entsprechend ist auch der Image-Film gestaltet, den Facebook nun auch publiziert hat: Er zeigt über weite Strecken Nutzer in Schwellenländern.

«Unser Ziel ist es, Calibra allen Menschen überall auf der Welt zur Verfügung zu stellen», schreibt der Social-Media-Konzern auf seiner deutschsprachigen Seite: «Wir arbeiten daran, Calibra so schnell wie möglich in möglichst vielen Ländern bereitzustellen.»

Hier allerdings wird Widerstand erwachsen. In mehreren Ländern meldeten bereits Politiker an, dass sie das Projekt hinterfragen wollen. In Paris gab Finanzminister Bruno Le Maire bekannt, dass die G7-Staaten ein «high-level forum» aufstellen, um die Risiken der so genannten Stable Coins zu überprüfen (also jener Kryptowährungen, denen eine reale Devise unterstellt ist).

In Washington sagte die Vorsitzende des Finanzbranchen-Kommission des US-Repräsentantenhauses, Maxine Walters: «Wir können es nicht zulassen, dass Facebook von einem Schweizer Bankkonto aus eine riskante neue Kryptowährung ohne Überwachung betreibt.» Der Konzern habe schliesslich in der Vergangenheit schon seine Macht und die Daten seiner Nutzer missbraucht.  

(rap)