Die deutsche Direktbank ING Diba hat ihre Kunden informiert, dass sie derzeit ihre Schweizer Aktien nicht verkaufen können.

Wer Schweizer Aktien im Depot hat, erhielt folgendes Schreiben: «Sie haben Schweizer Aktien in Ihrem Direkt-Depot. Vielleicht sind Sie schon einmal über das Thema Börsenäquivalenz der Schweiz gestolpert. Einfach gesagt geht es um die Gleichstellung der Schweizer Börsenplätze mit den EU-Handelsplätzen. Streitpunkt seit November 2018: Die EU-Kommission hat die Börsenäquivalenz befristet. Die Schweiz fordert eine unbefristete Anerkennung. Bis zuletzt war der Ausgang dieses Politikums offen. Jetzt ist klar: Es kam zu keiner Einigung. Damit musste der Handel mit Schweizer Aktien an allen inländischen und EU-Handelsplätzen eingestellt werden. Handel ist ausschliesslich direkt an der Schweizer Börse und ausserhalb der EU möglich. Das bedeutet für Sie: Ihre Schweizer Aktien können Sie aktuell nicht aus Ihrem Direkt-Depot verkaufen. Käufe sind ebenfalls nicht möglich.

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Die Bank teilt auch mit, dass Sparpläne mit Schweizer Aktien gelöscht werden. Gemäss Auskunft der Bank betrifft das Sparpläne mit Aktien von Nestlé, Roche und Novartis.
 
Der Grund für die Schwierigkeiten sei, dass ING Diba nicht über die Schweizer Börse handeln könne, wie Max Löbig, Pressesprecher von ING Diba auf Anfrage mitteilt.

«Alles andere als glücklich»

«Mit dieser Situation sind wir, genau wie Sie, alles andere als glücklich», heisst es im Schreiben der Bank an die Kunden. Und weiter: «Wir loten gerade aus, wie eine Lösung aussehen kann. Kurzfristig ist das allerdings nicht zu stemmen. Sie möchten Ihre Schweizer Aktien zeitnah verkaufen? Unser Tipp: Übertragen Sie Ihre Aktien an einen Anbieter, der direkt über die Schweiz handelt.»
 

Die Auswirkungen der Streitigkeiten zwischen der EU und der Schweiz fordert also erste Opfer. Gemäss Daten von Bloomberg wurden heute tatsächlich keine Schweizer Aktien mehr auf EU-Börsenplätzen gehandelt.

Innerhalb von Banken in Deutschland wurden aber noch einige tausende Aktien gehandelt. Dabei handelt es sich um internen Handel, wo die Gegenpartei eines Verkäufers die Bank direkt ist oder andere Kunden der Bank.

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