Börsenguru André Kostolany hat gesagt: «Charttechnik ist eine Wissenschaft, die vergeblich sucht, was Wissen schafft.» Da mag zwar je nach Gelegenheit mehr oder weniger dran sein, aber im Fall unserer letzten Empfehlung von Gold an dieser Stelle vor sechs Wochen hat Kostolany geirrt. Denn Gold ist seither abgeschossen.

Mitte Juni war nämlich der starke Widerstand im Bereich von etwa 1350 bis 1380 Dollar je Unze gefallen und Gold war danach sogar über die psychologische Marke von 1400 Dollar je 28,3 Gramm nach oben ausgebrochen. Für die Redaktion von stocksDIGITAL ein klares Kaufsignal.

Gold ist jetzt aus dem Aufwärtstrend nach oben ausgebrochen

Aber nicht nur dies: Die Charttechnik verläuft wie aus dem Bilderbuch! Nicht nur die wichtigen Widerstände sind gefallen, sondern Gold ist Anfang der Woche auch aus seinem Aufwärtstrendkanal vom Januar nach oben ausgebrochen. Die Trendlinie lag bei rund 1460 Dollar.

Da Gold durch die Hürden im Chart gegangen ist wie ein scharfes Messer durch warme Butter, liegt das Edelmetall nun auch seit der letzten Besprechung im Juni bereits mit um rund sieben Prozent im Plus. Der damals auf das gelbe Metall empfohlene Call (ISIN: CH0283802061, Laufzeit endlos, Basis und Knock-out jeweils 1130,71 Dollar, Bezugsverhältnis 100:1) konnte dabei trotz eines relativ moderaten und damit weniger riskanten 5er-Hebels sogar schon 30 Prozent gewinnen.

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Gold ist gefragt wie seit sechs Jahren nicht…

Anleger fragen sich: Wars das schon oder sind beim Edelmetall sogar noch weitere Gewinne zu erwarten? Zuerst einmal: Nicht nur der Goldpreis ist auf einem Sechsjahreshoch, sondern auch die Nachfrage nach physischem Gold.

Nachdem der Goldbestand weltweit bei den Gold-ETFs, bei denen das Edelmetall also physisch hinterlegt ist, und bei ähnlichen Produkten schon im Juni um rund 125 Tonnen gestiegen ist, gab es nach Zahlen der Branchenorganisation World Gold Council (WGC) im Juli erneut einen Zufluss an Gold in die ETF-Bestände von 52 Tonnen. Damit stieg der globale Goldbestand in den Produkten in diesem Jahr bereits um 6,4 Prozent oder 159 Tonnen und liegt nun laut WGC bei 2599,5 Tonnen weltweit. So gross waren die Bestände zuletzt im März 2013.

Ray Dalio sagt: Das Ende ist nah, kaufen Sie Gold

Zehn Jahre lang ging es gut, doch der Trend wird brechen: Der Hedgefund-Magnat prophezeit, dass die Wirtschaft in eine neue Ära eintritt. Mehr dazu lesen Sie hier.

… und das Allzeithoch ist schon fast wieder erreicht

Der absolute Bestandsrekord in Gold-ETFs und ähnlichen Produkten weltweit lag übrigens im Dezember 2012 bei 2839,9 Tonnen. Die Unze Gold kostete damals 1675 Dollar. Und da kommt ein kurioser Punkt: In diesen knapp sieben Jahren hat der Dollar zu den wichtigen Währungen wie Franken, Euro, chinesischem Yuan Renminbi und der indischen Rupie nämlich aufgewertet.

Während der Greenback zum Franken in dem Zeitraum zwar nur um etwa fünf Prozent fester wurde, schaffte der Dollar zu den anderen Devisen Zugewinne zwischen rund zehn und 20 Prozent. Und das erstaunt dann schon. Denn ein starker Dollar ist oft mit einem fallenden Goldpreis verbunden. Immerhin wird dann ja beispielsweise Goldschmuck teurer und das Edelmetall als Zierde ist dann für weniger Menschen auf dem Globus erschwinglich, die Nachfrage geht zurück.

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Gold auf dem Weg zum Allzeithoch – die Preistreiber

Aber das nur am Rande und nun kurz zurück zum aktuellen Mittelzufluss in Goldprodukte. Die Experten des WGC sehen als Gründe für den seit Mai anziehenden Mittelzufluss die steigende Unsicherheit weltweit ausgelöst durch eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums, durch den weiter anhaltenden Handelskonflikt oder durch politische Risiken wie etwa im Iran. Aber auch die Geldpolitik der wichtigen Notenbanken wie der US-Fed oder der EZB ist wie Feuer in die Preisdynamik des Metalls. Angesichts eines schwächeren Wirtschaftswachstums haben die Zentralbanken jetzt wieder ihre Geldschleusen weiter geöffnet. Die Fed hat die Zinsen erst vor einer Woche gesenkt und die EZB will den Markt ebenfalls wieder verstärkt mit Liquidität fluten.

Tiefe Zinsen sind dann aber gut für Gold. Denn andere Anlageformen wie etwa Obligationen – quasi als Konkurrenz des Edelmetalls um die Gelder von Investoren – sind bei Nullzinsen wenig attraktiv. In unsicheren Zeiten fängt Gold dann als sicherer Hafen umso stärker an zu glänzen.

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Die Marke von 1500 Dollar wurde jetzt geknackt – das könnte einen Schub auslösen

Und jetzt noch mehr zu Charts. Gold hat nun die psychologische 1500er-Marke erreicht und steht damit so hoch, wie zuletzt im April 2013. Damals vor sechs Jahren war Gold unter die 1500er-Marke gefallen und – charttechnisch orientierte Anleger fühlen sich bestätigt –, wurde nach dem Durchbrechen dieser Marke und charttechnischen Unterstützung innerhalb von nur sechs Wochen auf 1400 Dollar nach unten durchgereicht.

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Anleger setzen darauf, dass es nun genau in die andere Richtung geht: Nachdem das Edelmetall die 1500 geknackt hat, könnte der Preis wie schon vor acht Jahren im Juli 2011 ganz schnell auf 1550, 1600 oder sogar noch weiter nach oben gehen. Mit dem eingangs erwähnten Call (ISIN: CH0283802061) können Anleger beim aktuellen 4er-Hebel des Produkts und einem möglichen weiteren Preisanstieg des Edelmetalls immer noch gut verdienen. Bei einem Kursanstieg von Gold auf 1600 Dollar je Unze verspricht der Call einen weiteren Gewinn von rund 30 Prozent.

An der Börse ist alles möglich

Wer Gold physisch hinterlegt in einem ETF im Depot haben will, der greift zum grössten Gold-ETF, dem SPDR Gold Trust (ISIN: US78463V1070) und ist dann bei den Kursbewegungen des Edelmetalls 1:1 mit von der Partie. Und zuletzt noch einmal zurück zu André Kostolany und den Charts. Die könnten nämlich – wie aktuell in diesem Jahr bei Gold erwiesen – nochmals recht behalten: Der Börsenguru sagte nämlich auch: «An der Börse ist alles möglich auch das Gegenteil.» Charttechnik könnte damit doch Wissen schaffen.

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