Der Online-Handel boomt. In den letzten zehn Jahren hat sich das Marktvolumen bei Einkäufen der Konsumenten im Internet beispielsweise in Deutschland auf rund 60 Milliarden Euro fast vervierfacht und in der Schweiz auf rund 9 Milliarden Franken in etwa verdreifacht. 

Dass Online-Händler wie Zalando von dieser Entwicklung profitieren, leuchtet ein. Ein heimlicher Gewinner dieses Booms ist aber mit Koenig & Bauer (KBA) ausgerechnet ein Hersteller von Druckmaschinen. Druckmaschinen? Anleger denken da: Die Branche müsste doch eigentlich unter der Flaute am Zeitungsmarkt mit immer geringeren Auflagen leiden.

Online-Handel – die Nachfrage nach Verpackungen geht steil nach oben

Aber weit gefehlt. KBA profitiert ausgerechnet vom Internet! Denn mit der Bestellflut im Online-Handel steigt auch der Bedarf an Verpackungen. Da das Auspacken der Kartons immer mehr ein Kauferlebnis für die Konsumenten werden soll, erhöhen sich sogar noch die Anforderungen an die Verpackungen. Immer mehr Farbe und aufwendige Aufdrucke kommen auf Kartonage, Gläser oder Dosen.

Soll schon der Online-Handel bis 2023 um jährlich weitere 9 Prozent wachsen, so gehen Schätzungen davon aus, dass der Verpackungsdruck wegen der höheren Anforderungen mit etwa 10 Prozent pro Jahr noch stärker steigen wird. KBA hat die passenden Druckmaschinen und -Systeme sowie die dazugehörige Anlagen-Peripherie. Diese Maschinen helfen den Kunden, Zeit zu sparen bei der Umrüstung von einem Druckauftrag zum nächsten.

KBA setzt auf den Verpackungsdruck

Wegen Problemen bei der Lieferung von Teilen konnte KBA im vergangenen Jahr zwar seine Maschinen teils nur mit Verzögerung ausliefern und so stieg der Umsatz des Konzerns aus dem fränkischen Würzburg nur um 0,7 Prozent auf 1226 Millionen Euro. Doch Firmenchef Claus Bolza-Schünemann fokussiert das Unternehmen nun verstärkt auf den Verpackungsdruck – und das soll schönes Wachstum bringen.

Bis 2023 will der Manager die Umsätze bei KBA um ein Viertel auf 1,5 Milliarden Euro steigern und die operative Marge vor Zinsen und Steuern von 6 auf 7 bis 10 Prozent ausbauen. Schon in vier Jahren ist ein Gewinn von 7,50 Euro je Aktie vorstellbar. Bei moderatem 13er-KGV wären dann  Kurse um 100 Euro drin. Die Aktie hat das Zeug zum Verdoppler!

 

Koenig & Bauer AG

ISIN: DE0007193500

Gewinn je Aktie 2020e: 4,30 €

KGV 2020e: 8,9

Dividende/Rendite 2019e: 1,0 €/2,6%

EK je Aktie: 26,64 €

EK-Quote: 37,5%

KBV: 1,4 

Kurs/Ziel/Stopp: 38,22/54,50/26,60 €

 

Georg Pröbstl ist Chefredaktor des Börsenbriefs Value-Depesche. Der Börsendienst ist auf substanzstarke, unterbewertete Aktien mit guten Perspektiven aus der D-A-CH-Region (DeutschlandÖsterreichSchweiz) spezialisiert. Performance des Musterdepots seit Start im April 2010: +16,7 Prozent p.a. (DAX: +6,3 Prozent p.a.).

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