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Reichtum
So reich hat Jeff Bezos seine Eltern gemacht

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Jeff Bezos: Frühe Hilfe der Eltern hat sich für beide Seiten gelohnt.Quelle: SOPA Images/Getty Images

Die Eltern von Jeff Bezos haben 1995 Geld in die Firma des Sohnes gesteckt. Es könnte das beste Investment aller Zeiten gewesen sein.

Gabriel Knupfer
Von Gabriel Knupfer
am 03.08.2018

Als Jackie und Mike Bezos 1995 knapp 250'000 Dollar in die junge Internetfirma ihres Sohnes steckten, gingen sie ein grosses Risiko ein. Niemand konnte damals ahnen, dass es sich dabei um die wahrscheinlich beste Investition aller Zeiten gehandelt hat.

Jeff Bezos' Stiefvater Mike erzählte an einem Vortrag im Jahr 2015 wie ihn sein Sohn gewarnt hatte. «Ich möchte, dass ihr wisst, wie riskant das ist», habe Jeff gesagt, «weil ich an Thanksgiving nach Hause kommen will, ohne dass ihr mir böse seid». Heute ist Jeff der reichste Mensch der Welt und seine Firma Amazon die grösste Online-Handelsplattform.

Reicher als Paul Allen?

23 Jahre später dürfte das damalige Risiko in der Familie eher für Belustigung sorgen. Berechnungen der Wirtschaftsagentur « Bloomberg» zufolge wäre die damalige Investition der Eltern – abzüglich der offengelegten Spenden – heute 29,6 Milliarden Dollar wert. Die Eltern des Amazon-Gründers hätten damit mehr Geld als Microsoft-Mitgründer Paul Allen, der in der Liste der Reichsten der Welt immerhin auf Rang 30 geführt wird.

Wie viele Amazon-Anteile die Eltern heute noch halten, ist indes unklar. Die Familie hat zuletzt 1999 ihre Beteiligungen offengelegt. Anfragen von «Bloomberg» wollten weder Amazon noch die Familie Bezos beantworten. Allerdings zeigen regelmässige Spenden von Aktien an die Familienstiftung Bezos Family Foundation, dass die Eltern wahrscheinlich weiterhin stark in Amazon investiert sind.

Bis zu 12'000'000 Prozent

«Bloomberg» hat die drei Szenarien «Bull Case», «Base Case» und «Bear Case» ausgerechnet. Im ersten Fall wurden lediglich die offengelegten Spenden seit 1999 abgezogen, wonach die Eltern heute Amazon-Aktien im Wert der erwähnten 29,6 Milliarden Dollar halten würden. Das wäre eine Rendite von 12'000'000 Prozent auf die Anfangsinvestition.

Im «Bear Case», dem schlechtestmöglichen Fall, hätten die Eltern alle übrigen Aktien zum tiefsten Aktienkurs seit 1999 verkauft. Ihnen blieben dann rund 100 Millionen Dollar in Cash. Viel wahrscheinlicher ist aber der «Base Case». Demnach hätten Jackie und Mike Bezos nach 1999 im gleichen Tempo wie zuvor Aktien verkauft. Dabei hätten sie seit 1999 2,3 Milliarden Dollar gelöst und würden heute noch Aktien im Wert von 9,9 Milliarden Dollar halten.

Nachahmung nicht empfehlenswert

Im «Base Case» hätte sich die Anfangsinvestition um etwa 5'000'000 Prozent rentiert. Das toppt andere historische Rekordinvestitionen um ein Vielfaches. Zum Vergleich: Die 20-Millionen-Dollar-Wette von Softbank auf Alibaba brachte von 2000 bis heute eine Rendite von 720'000 Prozent. Und Sequoia Capital erwirtschaftete mit Whatsapp beim Verkauf an Facebook rund 36'000 Prozent Rendite.

Besser machten es Jeff Bezos' Geschwister Mark und Christina. Beide kauften 1996 für 10'000 Dollar Amazon-Anteile. Diese wären heute jeweils 640 Millionen Dollar wert. Anleger sollten die Strategie der Familie aber dennoch nicht zum Vorbild nehmen. Für Vermögensberater Eduardo Gruener von GFG Capital ist klar: «Bei fast jedem anderen Namen als Amazon hätten diese Investitionen als Alptraum geendet.»

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