Die Schweizer Exportwirtschaft hat im April wegen der Corona-Pandemie einen Rekordeinbruch erlebt. Die Ausfuhren fielen im April zum Vormonat saisonbereinigt um fast 12 Prozent auf 16,7 Milliarden Franken. Real – also preisbereinigt – resultierte ein Rückgang von 10 Prozent.

Noch stärker verringerten sich die Einfuhren, und zwar um knapp 22 Prozent auf gut 12 Milliarden (real: –18 Prozent). Für die Handelsbilanz ergibt dies einen sehr hohen Überschuss von 4,3 Milliarden Franken, wie den Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung zu entnehmen ist.

Der Corona-Lockdown in der Schweiz und in zahlreichen anderen Ländern zeige sich nun auch im Aussenhandel, so die Mitteilung weiter. Der Exportrückgang habe gar historische Dimensionen. Es sei der höchste je gesehene saisonbereinigte Rückgang innert eines Monats. Sämtliche Sparten hätten Rückgänge registriert.

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Dämpfer auch bei Pharma

Dies galt auch für die chemisch-pharmazeutische Industrie, die im Vormonat noch ein starkes Exportwachstum verzeichnet hatte und damit in der Statistik die ersten Corona-Effekte in anderen Branchen übertüncht hatte. Sämtliche Exportsparten registrierten Rückgänge.

  • Die grössten Einbussen verbuchten dabei die Sparten Bijouterie und Juwelierwaren (–77 Prozent) sowie Uhren (–73 Prozent). Zusammen brachen deren Exporte im Berichtsmonat um 1,6 Milliarden Franken ein.
  • Auch die chemisch-pharmazeutischen Produkte verzeichneten Mindereinfuhren im Wert von 520 Millionen Franken (–4,8 Prozent); im Vormonat waren sie jedoch stark angestiegen (Medikamente: + 35,5 Prozent). Im April gingen vor allem die Auslandumsätze von Medikamenten (- 1,5 Milliarden Franken) wieder zurück, während die immunologischen Produkte ein Plus von 600 Millionen Franken verzeichneten.
  • Weiter nahmen die Exporte von Maschinen und Elektronik (–4,5 Prozent), Präzisionsinstrumenten (–18 Prozent) sowie von Metallen (–13 Prozent) kumuliert um 470 Millionen Franken ab.

Geographisch gingen die Ausfuhren in alle drei grossen Absatzmärkte zurück. Die Lieferungen nach Nordamerika (–30 Prozent) waren dabei stärker rückläufig als jene nach Europa (–13 Prozent) und Asien (–8 Prozent)

Bei den Importen bildeten sich die Einfuhren aus Nordamerika um einen Viertel, jene aus Europa um ein Fünftel und jene aus Asien um 22 Prozent zurück.

(AWP – rap)