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Zapfsäule
Diese drei Faktoren bestimmen den Benzinpreis

ARCHIV - 11.07.2017, Hamburg: Der Zapfhahn einer Zapfsäule einer Tankstelle steckt in einem Auto. (zu dpa "Tiefe Pegelstände im Rhein: Benzin und Diesel bleiben teuer" vom 01.11.2018) Foto: Christophe Gateau/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (KEYSTONE/DPA/Christophe Gateau)

Zapfsäule: Der Benzinpreis dürfte steigen.

Quelle: Keystone

Wegen der US-Sanktionen gegen den Iran fürchten manche steigende Benzinpreise. Doch welche Variablen spielen beim Benzinpreis eine Rolle?

Von Henning Hölder
am 07.11.2018

Am Montag haben die USA die nach eigenen Angaben härtesten Wirtschaftssanktionen denn je gegen den Iran in Kraft gesetzt. Sie sollen neben dem Banken- und Finanzsektor vor allem die Ölindustrie treffen. Damit stiegen mancherorts die Sorgen vor einem steigenden Ölpreis, der sich für Autofahrer an der Zapfsäule bemerkbar machen könnte. Doch wie setzt sich der Benzinpreis überhaupt zusammen?

Drei Faktoren bestimmen den Benzinpreis

Im Oktober mussten Autofahrer für einen Liter Benzin in der Schweiz durchschnittlich 1,72 Franken auf den Tisch legen. Dieser Preis setzt sich aus drei Hauptblöcken zusammen: staatliche Abgaben, Beschaffungskosten am internationalen Erdölmarkt inklusive Frachtkosten in die Schweiz sowie Vertriebskosten im Inland. Die Abgaben an den Fiskus machen dabei stets den grössten Teil des Benzinpreises aus.

1.     Steuern

Die staatlichen Abgaben setzen sich aus Mineralölsteuer (43,12 Rappen/Liter), Mineralölsteuerzuschlag (30 Rappen/Liter) sowie der Mehrwertsteuer (7,7 Prozent) zusammen. Interessant dabei: Die Mineralölsteuer ist seit 1993, der Mineralölsteuerzuschlag sogar seit 1974 unverändert. Insgesamt belaufen sich die staatlichen Abgaben auf Benzin auf etwa 85 Rappen pro Liter.

2.     Beschaffungs- und Frachtkosten

Die Beschaffungskosten sind die grosse Variable im Benzinpreis. Dabei ergibt sich die Höhe des Einkaufpreises primär durch den Erdölpreis an den Märkten. Allerdings ist auch der Wechselkurs zwischen Schweizer Franken und US-Dollar mitbestimmend, da Erdölprodukte generell in US-Dollar gehandelt werden.

Ein Grossteil der Importe gelangt über den Rhein an die Schweizer Grenze. Problem: Ist der Wasserstand niedrig, können Frachtschiffe nicht voll beladen werden. Dann muss beim Transport auf die – deutlich teurere – Strasse ausgewichen werden. Laut der Schweizerischen Erdölvereinigung habe der massiv sinkende Wasserpegel des Rheins im vergangenen Rekordsommer zum steigenden Benzinpreis beigetragen.

3.     Vertriebskosten

Der dritte Kostenpunkt sind die Vertriebskosten im Inland. Darunter fallen Lagerung, Transport, Logistik und nicht zuletzt Marketingausgaben der Mineralölunternehmen. Hier entscheidet sich dann auch die Marge der Mineralölunternehmen.

Die Hälfte des Benzinpreises sind Steuern

Was steckt in den 1,72 Franken für den Liter Benzin im Oktober nun also drin? Laut Erdölvereinigung Folgendes: rund 86 Rappen sind staatliche Abgaben (49,9 Prozent), Beschaffungs- und Frachtkosten machen rund 65 Rappen aus (37,7 Prozent). Damit bleibt eine Handelsspanne von 21 Rappen (12,4 Prozent).

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