"Wir schätzen die Lage aktuell so ein, dass der Konflikt keine flächendeckende Gefahr für den Schweizer Finanzmarkt darstellt", sagte Finma-Direktor Urban Angehrn am Dienstag laut Redemanuskript anlässlich der Jahresmedienkonferenz. Der Ukrainekrieg bringe aber vielfältige und für einzelne Institute akzentuierte Risiken mit sich. "Wir haben diese wachsam im Auge."

Die Finanzmarktaufsicht blicke vor allem auf die Risiken, das heisst auf mögliche negative Szenarien. "In der gegenwärtigen Krise interessiert uns zunächst, welche Institute mit welchen Dienstleistungen und in welchem Ausmass exponiert sind." Ziel sei es, frühzeitig Klumpenrisiken und allfälliges Ansteckungspotenzial zu erkennen.

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Die Schweizer Aufsichtsbehörde sei über das direkte Geschäft der beaufsichtigten Banken und Versicherungen mit oder in den betroffenen Staaten informiert. Einige Finanzinstitute seien tatsächlich punktuell stärker exponiert, jedoch bestehe gegenwärtig keine systembedrohende Lage, sagte Angehrn.

Mehr Abklärungen, aber weniger Enforcements

Im vergangenen Jahr hatte die Finma derweil die Geldwäschereibekämpfung und Mängel in der Corporate Governance und im Risikomanagement im Fokus. Zur Durchsetzung des Finanzmarktrechts gab es 650 Abklärungen nach 628 im Vorjahr und 20 Enforcementverfahren nach 33 solchen 2020, wie aus einer Mitteilung hervorgeht.

Die Jahresrechnung wies im Vergleich zum Vorjahr einen konstanten Betriebsaufwand von 126 Millionen Franken aus. Die Zahl der Vollzeitstellen der Behörde lag 2021 durchschnittlich bei 519 und hat sich gegenüber dem Vorjahr wegen zusätzlicher Aufgaben von 501 leicht erhöht.