Die Schweizerinnen und Schweizer haben diesen Sommer mehr Bargeld aus den Automaten gezogen als vor der Corona-Krise. Das geht aus den jüngsten Zahlen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) hervor. Demnach sind mit inländischen Debitkarten im Juli in der Schweiz 4,5 Milliarden Franken abgehoben worden. Das ist deutlich mehr als vor einem Jahr (3,8 Milliarden). Übertroffen wurden die monatlichen Bezüge nur im letzten Vorweihnachtsgeschäft. Auch mit der Kreditkarte wurden im Juli Rekordmengen an Bargeld abgehoben, und zwar 95 Millionen. So viel wie seit einem Jahr nicht mehr.
 
Der Grund für den regen Bargeldbezug dürfte in den Sommerferien liegen. Aufgrund der Reiseeinschränkungen verbrachten viele Schweizer ihre Sommerferien im Inland – und bezogen daher auch mehr Bargeld. Damit ersetzten sie zwar ein Stück weit die ausgebliebenen ausländischen Touristen. Diese scheinen ihre Ausgaben jedoch mehrheitlich mit Kreditkarten zu bezahlen, wie die Vorjahreszahlen der SNB zeigen.

Bezahlen mit Karte

Generell rechnet die Branche mit einem deutlichen Nachlassen der Bargeldbezüge, wie der Zahlungsdienstleister an einer Tagung am Dienstag betonte. Zwar habe in den letzten Jahren der Bargeldumlauf wieder etwas angezogen. Das sei aber auf das Horten von Tausendernoten zurückzuführen, so SIX-Manager Alexander Verbeck. An den Geldautomaten – die meist keine Tausender enthalten – beobachte man einen deutlich rückläufigen Trend. «Derzeit befinden sich die Umsätze rund 14 Prozent unter dem Stand zum Jahresbeginn.» Um saisonale Effekte bereinigt, betrage das Minus sogar 20 Prozent. «Es hat eine klare Verschiebung zu anderen Zahlungsmitteln stattgefunden.»