Zum ersten Mal keine Negativzinsen mehr: Die Zehnjahressätze deutscher Staatsanleihen lagen am Mittwoch erstmals seit dem Frühling 2019 wieder leicht im positiven Bereich. In der Schweiz war das bereits am 10. Januar zum ersten Mal wieder zu beobachten; hierzulande notierten die entsprechenden Renditen sogar seit dem Frühjahr 2015 fast immer im negativen Bereich. 

In Europa bleiben dagegen die kurzfristigen Zinsen vorerst auf Tiefstwerten, denn sie hängen unmittelbar von der Geldpolitik ab. Weder die Europäische Zentralbank (EZB) noch die Schweizerische Nationalbank haben bisher Hinweise geliefert, dass sie an ihren Leitzinsen etwas zu ändern planen. Allerdings dürfte in der Eurozone der Druck auf die EZB und ihre Präsidentin Christine Lagarde steigen, die Geldpolitik doch rascher als bisher geplant zu straffen. Denn gemäss neuen Daten vom Donnerstag ist die Inflation in der Eurozone auf 5 Prozent gestiegen, was dem höchsten Wert der Euro-Geschichte entspricht. So lange sich aber die EZB nicht bewegt, bleibt auch der Schweizer Leitsatz bei weltrekordtiefen Minus 0,75 Prozent.

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