Die Löhne der Topmanager von UBS-Boss Sergio Ermotti bis Roche-Chef Severin Schwan sind regelmässig ein heisses Diskussionsthema. Viel weniger wird über die Löhne der Spezialisten und Fachkräfte in Schweizer Firmen gesprochen. Dabei sind sie für die Betroffenen, aber auch für Personaler sehr relevant. In der Rekrutierung besteht ein wachsender Wettbewerb in diesem Segment, und zwar auf Arbeitnehmer- wie auf Arbeitgeberseite.

Ein nachvollziehbares Lohnsystem ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal im Wettbewerb um die besten Talente. Speziell in diesem Bereich, in dem die Löhne relativ überschaubar sind, wird das Thema aber gerne vernachlässigt. Ob ein Mitarbeiter 10 000 Franken mehr oder weniger verdient, erscheint der Führungskraft eventuell zweitrangig, vor allem bezogen auf sein eigenes Gehalt. Im Vergleich mit seinen Kollegen und Kolleginnen und dem Marktumfeld – und Vergleiche werden durch Online-Portale immer leichter möglich – sind aber auch solche Beträge ausschlaggebend für Zufriedenheit oder einen Jobwechsel.

 

Die Compensation-Beratungsfirma Kienbaum und die «Handelszeitung» haben deshalb auch in diesem Jahr wieder einen Blick auf die Löhne der Spezialisten und Fachkräfte geworfen. Für den vorliegenden Vergütungsreport wurden Dutzende Spezialisten-, Sachbearbeiter- und Fachkräftefunktionen ausgewertet.

IT-Bereich ist lukrativ

Grundlage für die Daten sind Fragebogenerhebungen bei Unternehmen aller Grössen und Branchen, ergänzt um Daten aus den Beratungsprojekten von Kienbaum. Insgesamt sind 58'162 Einzelpositionen aus mehr als 400 Unternehmen in den Untersuchungsbericht eingeflossen und wurden auf jeweils drei Ebenen – Junior, Experte und Senior – abgestuft.

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Gut bezahlt wird in Schweizer Firmen weiterhin für Berufe im Bereich IT und Vertrieb; hier können auf den unteren Kaderstufen mehr als 130'000 Franken Jahreslohn erzielt werden. Auch Banken, Versicherungen und die Biotech-Branche gehören zu den finanziell attraktiven Branchen. Abgeschlagen im Vergleich sind die Löhne im Bereich Maschinenbau, Anlagenbau und der Bauwirtschaft. Auch die Bereiche Medien, Nahrungsmittelindustrie und Energieversorgung können mit den Branchen-Spitzenreitern immer weniger mithalten.

Dennoch sind einige Löhne ansehnlich: Ein IT-Softwareingenieur kratzt inzwischen klar an der 150'000-Schwelle – und das ohne Führungsverantwortung–; ein erfahrener Aussendienstler kann auf bis zu 158 000 Franken kommen. Ein junger Projektleiter eines Forschungsprojekts startet mit 110'000 Franken, kommt aber im Lauf der Zeit auf über 160'000 Franken.

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Was die Lohnsteigerungen bei Spezialisten, Sachbearbeitern und Fachkräften betrifft, waren im letzten Jahr keine grossen Sprünge drin. Bei den Spezialisten betrugen die Steigerungen zwischen 0,9 und 1 Prozent, bei Sachbearbeitern und Fachkräften zwischen 0,7 und 0,8 Prozent. Vor zwei Jahren war mit etwa 1,1 Prozent aber auch nur minimal mehr drin. Die Steigerungen sind übrigens genauso marginal wie bei den Topkadern, die in einer separaten Studie von Kienbaum und der «Handelszeitung» analysiert werden. Die grossen Lohnsteigerungen, die vor allem vor 2009 möglich waren, haben sich seit vielen Jahren auf tiefem Niveau eingependelt.

Regionen machen den Unterschied

Das bedeutet etwa für einen erfahrenen Chefsekretär, dass er sich auch in nächster Zeit mit maximal 116'000 Franken begnügen muss. Sachbearbeiter im Einkauf, Disponenten und Sachbearbeiter Finanzen kommen bei etwa 90'000 Franken an ihre Maximalgrenze – aber nur wenn die Aufgabe als komplex gilt. Bei niedriger Komplexität rutschen die Löhne um 10'000 bis 15'000 Franken nach unten. Ein wichtiger Gehaltspush sind Bildungsabschlüsse. Zwischen einem Bachelorabsolventen und einem MBA-Inhaber tut sich eine Gehaltslücke von gut 40 000 Franken auf.

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Auch bei den Löhnen im Mittelbau hat die Region, in der gearbeitet wird, einen signifikanten Einfluss auf den Lohn. Spitzenreiter sind die Regionen Zürich, Genf und Basel. Abgeschlagen sind das Tessin, die Ost- und die Zentralschweiz. Die Unterschiede für gleiche Berufsprofile betragen bei Spezialisten bis zu 16 000 Franken im Jahr. Bei Sachbearbeitern und Fachkräften steigt der Unterschied zwischen dem Tessin und Zürich auf 20 000 Franken. Die «Salärstudie Spezialisten und Fachkräfte in der Schweiz» wurde bereits zum achten Mal von Kienbaum Consultants International in Kooperation mit der «Handelszeitung» durchgeführt. Ziel dieser Untersuchung ist, für Entscheider eines Unternehmens die nötige Transparenz bezüglich Höhe und Zusammensetzung des Gesamteinkommens zu schaffen. Die komplette Studie, auch für Kaderlöhne, kann über Kienbaum erworben werden.

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Die Salärstudie

Die «Salärstudie Spezialisten und Fachkräfte Schweiz 2019» ist ein Projekt der Unternehmensberatungsfirma Kienbaum Consultants International und der «Handelszeitung». Sie liegt in der 8. Ausgabe vor. Die Studie kostet 1700 Franken. Als Alternative dazu bietet das Compensation Portal Schweiz Compact ein Online-Tool, mit dem Nutzer Marktdatenanalysen über ihren eigenen Firmen-Account erstellen können und Zugriff zu allen untersuchten Funktionen haben. Wer an der Studie teilgenommen hat, erhält einen Rabatt von 50 Prozent. Mehr Informationen zur Studie finden Sie unter www.kienbaum.ch.

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