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Geschäftsreisen
Diese Koffer verändern die Art des Reisens

Passagiere mit Köfern
Style ist nun nebensächlich, wichtig ist was Ihr Koffer neben Kleider verstauen, sonst noch anbieten kann. Quelle: Brigitta Garcia Lopez

Ob eingebaute Waage, GPS-Sensor oder Fingerabdruck-Scanner: Die smarten Koffer rollen auf den Markt. Was taugen die Modelle?

Von Jan Vollmer
am 14.04.2018

Der neuste Hype beim Reisen ist einen smart Koffer zu besitzen. Damit Sie immer und überall Ihr Handy aufladen können, oder Sie können auf einem kleinen Display neben dem Griff auch das aktuelle Gewicht Ihres Koffers anzeigen lassen. Hier sind sieben verschiedene Arten eines smart Koffers. 

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PLUGGAGE

Öffnen per Fingerabdruck

Integrierte Waage Die Pariser Gepäckfirma Delsey hat seit neustem einen smarten Koffer im Sortiment. Sie können den Pluggage («plug» wie Stecker und «luggage» wie Gepäck) per Fingerabdruck öffnen oder mit Ihrem Smartphone verbinden und per App öffnen oder automatisch schliessen, beispielsweise wenn er sich von Ihnen entfernt. Sie können auf dem kleinen Display neben dem Griff auch das aktuelle Gewicht anzeigen lassen oder benachrichtigt werden, wenn der Koffer am Gepäckkarussell ankommt. Neben der Bluetooth-Verbindung zu Ihrem Handy bietet der Pluggage eine GPS-Ortung mit einem System namens LugLoc, das Delsey mitliefert und das auf der ganzen Welt funktioniert. Da Delsey schon seit über hundert Jahren Taschen produziert, kann man davon ausgehen, dass Schale, Rollen und Reissverschlüsse auch ordentlich verarbeitet sind.

Pluggage smart Koffer
Sie Können den Pluggage per Fingerabdruck öffnen oder mit Ihrem Smartphone verbinden und per App öffnen oder automatisch schliessen.
Quelle: ZVG

G-RO

Handy am Koffer laden

Praktischer Peilsender Die Hersteller von G-RO aus Kalifornien wollten nicht nur neue Technik in Koffer bauen, sondern Koffer auch an sich neu gestalten. Dafür haben sie bei ihrem Trolley so grosse Räder angebaut, dass man ihn auch Treppenstufen hochrollen kann. Die Koffer werden serienmässig mit Akkus zum Aufladen von Handys und Tablets ausgeliefert. Auf Wunsch können Sie auch einen Peilsender mitbestellen, der Sie per Bluetooth und GPRS über den Standort des Koffers informiert. Während die Bluetooth-Variante aber nur in Ihrer Umgebung funktioniert, müssen Sie für GPRS (funktioniert, egal wo der Koffer ist) eine Art Abo abschliessen.

G-Ro smart Koffer
Auf Wunsch können Sie auch einen Peilsender mitbestellen, der Sie per Bluetooth und GPRS über den Standort des Koffers informiert.
Quelle: ZVG

RIMOWA

Digitaler Gepäckanhänger

Magere Ausstattung Statt mit Akkus, Waagen oder GPS-Tracker stattet Rimowa seit 2016 Koffer mit einem elektronischen Gepäckanhängerbildschirm aus. Statt sich also den Aufkleber am Schalter abzuholen, kann man ihn sich jetzt runterladen und schon zu Hause auf den im Koffer eingebauten Bildschirm aufspielen. Bisher akzeptieren aber nur vier Airlines das System ( Swiss, Lufthansa, Austrian, Eva Air). Bei Swiss kann man sich mittlerweile den Gepäckanhänger auch einfach so zu Hause ausdrucken und am Koffer anbringen, was Rimowas Electronic Tag schlicht überflüssig macht. Auf Nachfrage, was sie noch so in der Pipeline haben, antwortet Rimowa etwas kleinlaut, man wolle «noch keinen Fokus auf das Thema Smart Luggage und das Electronic Tag setzen».

Rimowa smart Koffer
Seit 2016 stattet Rimowa Koffer mit einem elektronischen Gepäckanhängerbildschirm aus.
Quelle: ZVG

BLUESMART

Koffer-Tracking leicht gemacht

Mit App verbunden Bluesmart war einer der ersten smarten Koffer auf dem Markt und begann mit einer Crowdfunding-Kampagne. Die Firma aus New York baut jetzt in der zweiten Generation einen kleinen Computer ein, der per 3G-Technologie (dieselbe wie in vielen Handys) Daten an Ihr Telefon schicken kann. Sie können auf der App also immer nachschauen, wo der Koffer gerade ist, egal ob in Zürich oder Neuseeland. Der Akku der zweiten Generation von Bluesmart soll stark genug sein, um neuere Laptops zu laden. Dazu baut die Firma noch eine digitale Waage und ein Schloss ein, das Sie per App öffnen können.

Bluesmart
Sie können auf der App immer nachschauen, wo der Koffer gerade ist, egal ob in Zürich oder Neuseeland.
Quelle: ZVG

AWAY

Kein Schnickschnack

Günstige Variante In der Smart-Luggage-Sparte gehören die Koffer von Away eher an das untere Ende der Technikskala. Die Modelle in gedeckten Farben wie Schwarz oder Dunkelblau sehen klassisch aus und sind aus robustem Polycarbonat, ein paar Modelle aus Aluminium erinnern an die Koffer von Rimowa. Die meisten Modelle haben lediglich ein Zahlenschloss und einen herausnehmbaren Akku zum Aufladen von Smartphones und Tablets zwischen dem Griff und dem Reissverschluss. Das klingt wenig aufregend, aber im Gegensatz zu manchen Konkurrenten kann man sagen: kein Schnickschnack, alles funktioniert. Dazu kommt, dass die Koffer mit zwischen 280 und 380 Franken verhältnismässig günstig sind.

away
Die meisten Modelle von Away, haben ein Zahlenschloss und einen herausnehmbaren Akku zum Aufladen von Smartphones und Tablets zwischen dem Griff und dem Reissverschluss.
Quelle: ZVG

RADEN

Schwächen mit Bluetooth

Geringe Reichweite Die Koffer des New Yorker Startups Raden sind eine anständige Mischung aus Funktionalität und Technik. Das Design ist schlicht und äusserlich ist der Koffer kaum von einem herkömmlichen zu unterscheiden. Dafür wird er mit herausnehmbarem Akku geliefert und Sie können ihn mit einer App verbinden. Dort können Sie sich dann das Gewicht des Koffers anzeigen lassen. Per Bluetooth-Verbindung soll die App auch merken, wenn der Koffer aus Ihrem Umfeld verschwindet oder wieder in Ihre Nähe kommt nach der Landung. Das Problem bei der Bluetooth-Technologie ist aber die geringe Reichweite von 10 bis 50 Meter. Das heisst: Wahrscheinlich sehen Sie Ihren Koffer früher auf dem Gepäckkarussell, als er Sie benachrichtigen kann. Wenn Sie ihn nicht sehen, hilft Ihnen Bluetooth auch wenig.

Raden
Per Bluetooth-Verbindung soll die App merken, wenn der Koffer aus Ihrem Umfeld verschwindet oder wieder in Ihre Nähe kommt nach der Landung.
Quelle: ZVG

CABIN TROLLEY

Herausnehmbarer Akku

Hundert Tage testen Die Koffer der Berliner Firma Horizn Studios erinnern äusserlich an die schlichten Koffer im Stil des Modells Away und bieten auch einen Akku zum Herausnehmen. Die Powerbanks der Firma entsprechen auch den Handgepäckbestimmungen aller Fluglinien, wie die Firma mitteilt. In der Vergangenheit hat Horizn schon mit GPS-Sendern im Koffer experimentiert, hat sie aber im Moment aus dem Sortiment genommen. Ab Mitte 2018, heisst es im Unternehmen, wolle man wieder Peilsender als Option zu allen Koffern anbieten. Die Koffer können hundert Tage getestet werden.

Die Powerbanks der Firma entsprechen auch den Handgepäckbestimmungen aller Fluglinien, wie die Firma mitteilt.