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Hype
Ein Segen: Facebook verbietet Krypto-Werbung

Nachrichtenagenturen eine bessere Vergütung für die von Internetkonzernen verbreiteten Medien-Informationen gefordert.
Facebook führt temporäre Regeln für Werbung mit Kryptowährungen ein.Quelle: Keystone

Der Social-Media-Gigant sorgt sich um den guten Ruf. Das hilft auch der Krypto-Branche.

Kommentar  
Von Marc Badertscher
am 31.01.2018

Facebook zensiert auf seinen Seiten ab sofort jede Werbung für Kryptowährungen und sogenannte Initial Coin Offerings (ICO), also dem Verkauf von neuen Coins zum Zwecke der Kapitalaufnahme. Das sind hervorragende News für die Branche.

Zuletzt war der Hype um Bitcoin & Co. schlicht grenzenlos. Besonders krass war das Aufkommen und Bewerben von neuen Coins, hinter denen irgendwelche Projekte stehen, die irgendeine Verbesserung der Welt versprechen. Jesuscoin, Womancoin, Porncoin. Die Liste lässt sich beliebig verlängern. Täglich versuchen findige Verkäufer, Geld von ahnungslosen, aber gierigen Kleininvestoren abzuzügeln, die jetzt doch noch auf die Schnelle reich werden wollen. Allzugrosses Mitleid sollte man mit diesen Anlegern zwar nicht haben.

Mehr Zeit, mehr Ruhe

Trotzdem ist Facebooks Selbstzensur ein Glücksfall. Sie verschafft dem seriösen Teil der Branche ein klein wenig Luft, in einem etwas ruhigeren, etwas weniger polarisierenden Umfeld ihre Arbeit zu verrichten. Je weniger Hype, desto besser. Denn die ernsthaften Projekte brauchen mehr Zeit. Zu ihnen gehören etwa Märkte für Voraussagen, dezentrales Cloud-Computing oder digitalisierte Gerichtshöfe für Standardverträge.

Das klingt womöglich weniger sexy als Coins von Promis mit gigantischen Renditeversprechen. Aber diese anspruchsvollen Projekte werden zeigen, ob Krypto-Anwendungen letztlich etwas taugen.

Facebook sagt, das Verbot sei temporär. Man brauche Zeit, auch bei der Werbung die guten von den schlechten trennen zu können. Genau so muss es sein.

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