Es gibt viele Wege, um systematisch an der Börse zu investieren. Ein Ansatz, der sich bei Profis bewährt hat, wird als Core-Satellite bezeichnet. Dabei wird der Hauptteil des Anlagevermögens in einen Kern (Core) und der Rest in Satelliten investiert.

Der Kern besteht meist aus kostengünstigen Anlagefonds, die breit diversifiziert investiert sind. Die Satelliten sind Investitionen in Einzelaktien, mit denen besondere Marktchancen zur Renditesteigerung genutzt werden sollen.

Ein Anteil von 80 bis 100 Prozent ist als Core zu empfehlen – Privatanleger können auch ohne Satelliten-Investitionen gute Renditen erzielen. Ins Satelliten-Portfolio gehören dann 0 bis 20 Prozent investiert.

Renditeerwartung und Verlustrisiko sind höher beim Satelliten-Portfolio

Das Core-Portfolio soll den Weltaktienmarkt spiegeln, also eine Art Weltaktienportfolio sein. Da es sehr breit diversifiziert ist, sollten die Kursschwankungen minimiert sein. Die Anlagen in diesem Portfolio sollen eher selten umgeschichtet, also verkauft und gekauft werden.

Mit dem Satelliten-Portfolio soll in aktuell aussichtsreiche Aktien investiert werden. Im Vergleich zum Core-Portfolio ist es deutlich weniger diversifiziert. Das hängt damit zusammen, dass im Satelliten-Portfolio nur zwischen 10 und 20 Aktien enthalten sind, währen im Core-Portfolio über Fonds-Anlagen in sehr viele verschiedene Aktien investiert wird. Wenn also eine einzelne Aktie im Portfolio um 10 Prozent fällt, sind die Auswirkungen im Satelliten-Portfolio viel stärker zu spüren als im Core-Portfolio. Das gilt nach unten und natürlich auch nach oben. Die Kursschwankungen beim Satelliten-Portfolio sollten also höher sein als beim Core-Portfolio. Das heisst, die Renditeerwartung, aber auch das Verlustrisiko ist beim Satelliten-Portfolio höher als beim Core-Portfolio.

Insgesamt sollten beide Portfolios über längere Zeiträume im Wert steigen. So war es für diversifizierten Aktienportfolios in den vergangenen 120 Jahren – trotz zwei Weltkriegen und einigen Finanz- und einigen Wirtschaftskrisen. Trotzdem müssen Anleger selbst mit dem Core-Portfolio – mit dem Satellite-Portfolio sowieso – damit rechnen, dass sie innerhalb eines Zehnjahreszeitraumes einmal 40 Prozent ihres Geldes verlieren. Der Grund: Der nächste Crash kommt bestimmt, die Frage ist nur, wann.

Deswegen sollten sich Anleger also vor einer Investition gut überlegen, mit welchem Teil ihres Vermögens sie so einen Crash verkraften können. Können Sie einen Verlust von 40'000 Franken verkraften, wenn Sie 100'000 Franken investieren? Finden Sie hier heraus, wie viel von Ihrem Vermögen, Sie investieren können.