Im vergangenen Jahr zählte Rieter zu den Lieblingen der Börse, und auch 2022 könnte für die Aktionäre des Herstellers von Textilmaschinen positiv werden. Die erste Handelswoche brachte auf jeden Fall schon einmal schöne Kursgewinne beim Maschinenbauer aus Winterthur. Um bis zu gut 10 Prozent kletterte der Titel nach oben, nachdem bekannt wurde, dass Grossaktionär Luc Tack seinen Anteil von 11,7 auf rund 15 Prozent erweitert hat.

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Zuvor herrschte monatelang Unsicherheit bei Rieter, denn erst im August musste Tack den Verwaltungsrat des Unternehmens verlassen. Seither ging bei den Börsianerinnen und Börsianern die Angst um, der Belgier könnte sich nun komplett aus diesem Investment verabschieden und die Aktien hinschmeissen.

Rieter-Aktie: 200er-Marke dürfte fallen

Stattdessen hievte der Ausbau der Position den Titel nun wieder ganz nah an den Widerstand bei der psychologischen Marke von 200 Franken. Die Hürde ist zwar nicht gefallen. Aber berücksichtigt man das schwache Marktumfeld – der SPI rutschte in den letzten Tagen um fast 5 Prozent nach unten –, dann dürfte die «2» bei der Rieter-Aktie schon in der nächsten Markterholung wieder vorne dran stehen.

Dieser Text beschreibt die jüngsten Entwicklungen im HZ-Satelliten-Portfolio der HZ-Musterportfolios.

Für zusätzlichen Rückenwind könnte ein Roadshow-Termin des Maschinenbauers Mitte dieser Woche sorgen. Zwei Wochen später, am 26. Januar, werden dann die Umsätze von 2021 vorgelegt. Das Dreijahreshoch von Rieter vom vergangenen August um 234,50 Franken könnte also bald wieder drin sein.

Mobilezone nach allen Kriterien ein Schnäppchen

Wie ein Fels in der Brandung präsentiert sich Mobilezone. Die Aktie des Anbieters von Mobilfunkgeräten und Telefonverträgen konnte auf Wochensicht trotz der allgemein schwachen Börsenlage noch zulegen. Ein 10er-KGV in diesem Jahr und eine hohe Dividende von rund 7 Prozent sind einfach viel zu günstig und machen die Aktie angesichts der hohen Ausschüttungsrendite im Prinzip fast in jeder Marktlage zu einem klaren Kauf.

Beim SPI-Mitglied wird es ohnehin bald spannend. Die Vorlage der 2021er-Jahreszahlen am 11. März könnte der Aktie weiteren Schwung geben. Anlegerinnen und Anleger setzen darauf, dass der Wert spätestens dann das Fünfjahreshoch vom April 2017 bei 15,06 Franken knacken kann.

Rock Tech und Mynaric leiden

Weniger gut lief es in den letzten Tagen bei den beiden Depotmitgliedern Rock Tech Lithium und Mynaric. Die jüngste Kurserosion geht aber nicht auf das Konto einer schwachen operativen Entwicklung oder gar von enttäuschenden Meldungen der beiden Unternehmen, sondern ist vielmehr eine Folge davon, dass die Anlegenden momentan andere Börsensektoren bevorzugen.

Tech-Aktien mit hoher Bewertung wie Mynaric werden bei diesen Umschichtungen aus den Depots gekehrt und Lithium ist schon seit mehreren Wochen unter Druck. Standard Lithium etwa – das Unternehmen hat mit 1,5 Milliarden Kanadischen Dollar eine viermal höhere Börsenkapitalisierung als Rock Tech Lithium – reisst derzeit den gesamten Sektor mit nach unten. Seit Oktober hat der Titel ein Drittel an Wert verloren. Allein gestern lag das Minus bei knapp 10 Prozent. Und dass sich ein kleiner Player dem Abwärtsstrudel eines Marktführers nicht entziehen kann, zählt zum Erfahrungsschatz der Anlegerinnen und Anleger.

Geduld wird sich für Anlegende auszahlen

Bei Mynaric und Rock Tech ist einfach etwas Geduld gefragt. Bei Rock Tech ist allerdings schon in den nächsten drei oder vier Monaten wieder mit deutlichen Kurssteigerungen zu rechnen. Anleger und Anlegerinnen erwarten dort eine Reihe von positiven News.

Bei Mynaric kam es schon in den letzten beiden Jahren jeweils Anfang Februar zu kräftigen Kursspurts. Der Einstieg beim Spezialisten für Laserkommunikation auf dem etwas gesunkenen Niveau könnte sich auch 2022 auszahlen.

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