Menschen mit Sehbehinderungen seien darauf angewiesen, dass Sendungen im Hörfilmformat angeboten werden, damit sie das TV-Programm nutzen können, teilte der Schweizerische Blinden- und Sehbehindertenverband mit. Da die SRG bei einer Annahme der Initiative sparen müsse, werde auch bei der Inklusion gekürzt. Die von der SRG erbrachten Leistungen für Menschen mit Sehbehinderung seien daher «akut gefährdet».

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«Mit einem halbierten Budget könnten Qualität, Umfang und Vielfalt des heutigen Angebots nicht aufrechterhalten werden», teilte die Medienstelle der SRG auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Eine solche Budgetreduktion habe für die SRG in nahezu allen Bereichen Folgen, dementsprechend auch bei den Leistungen für Sehbehinderte. Mit der Reduktion des Angebots reduziere sich auch das barrierefreie Angebot, schrieb die SRG.

2022 unterzeichnete die SRG mit Schweizer Verbänden, die Menschen mit sensorischen Behinderungen vertreten, eine Leistungsvereinbarung. Diese Vereinbarungen gelten noch bis 2027. Unter anderem hat sich die SRG dazu verpflichtet, 1300 Stunden mit Gebärdensprache und 2000 Stunden mit Audiodeskription - davon 1000 Stunden Erstausstrahlungen - zu senden. Hinzu kommen Untertitel in allen ausgestrahlten redaktionellen TV-Sendungen und eine Erhöhung der Untertitel im Online-Bereich.

Die Volksinitiative «200 Franken sind genug (SRG-Initiative)» - auch bekannt als Halbierungsinitiative - will in der Bundesverfassung festschreiben, dass der Bund zur Finanzierung von Radio- und Fernsehprogrammen, die einen unerlässlichen Dienst für die Allgemeinheit erbringen, eine Abgabe von 200 Franken pro Jahr ausschliesslich von privaten Haushalten erhebt.

Die Initiantinnen und Initianten argumentieren, es brauche eine Entlastung der Haushalte in Zeiten steigender Krankenkassenprämien und Mieten. Schweizerinnen und Schweizer zahlten heute die weltweit höchsten Radio- und TV-Gebühren. Entlastet werden sollten namentlich junge Menschen, die Medienangebote finanzieren müssten, die sie nicht konsumierten.

Insbesondere fordert das Initiativkomitee, die SRG solle sich auf ihren Kernauftrag konzentrieren. Sie breite sich in Unterhaltung und Sport sowie bei Onlineaktivitäten immer weiter aus, kritisierten SVP-Vertreter in der Nationalratsdebatte über die Initiative im Juni.