Nach einem BIP-Wachstum von voraussichtlich 2,9 Prozent im laufenden Jahr erwartet die Organisation mit Sitz in Paris für 2022 ein Wirtschaftswachstum von 3,0 Prozent und für 2023 von 2,1 Prozent. Damit korrigiert die OECD ihre Mai-Prognose eines Wachstums von 3,2 Prozent im laufenden Jahr etwas nach unten, für 2022 hebt sie die Prognose leicht an (alt: +2,9%).

Nachdem die Konjunktur 2021 nach der Aufhebung der Corona-bedingten Einschränkungen sprunghaft angestiegen sei, habe die Ungewissheit aufgrund der aufeinanderfolgenden Pandemiewellen in der zweiten Jahreshälfte erneut zugenommen, schreibt die OECD in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Wirtschaftsausblick.

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Weiterhin gutes Geschäftsklima

Anzeichen dafür, dass die Wachstumsdynamik in der letzten Zeit etwas nachgelassen hat, sieht die OECD in einem schwächeren Detailhandelswachstum und der sinkenden Zahl von Autozulassungen. Da das Geschäftsklima aber nach wie vor gut ist, dürfte das Wachstum insgesamt solide bleiben.

Im Jahr 2022 sollten der Rückgang der pandemiebedingten Ungewissheit und niedrige Kapitalkosten die Investitionstätigkeit weiter stützen, so die OECD. Und der Konsum dürfte in den kommenden zwei Jahren durch eine Normalisierung am Arbeitsmarkt und eine Verringerung der aktuell hohen Ersparnisse der privaten Haushalte beflügelt werden. Eine lebhafte Auslandsnachfrage sollte zudem die Exporte ankurbeln.

Geldpolitik angemessen

Derweil hat die Inflation in der Schweiz unter dem Einfluss der hohen Energiepreise leicht angezogen. Die OECD erwartet aber weiterhin moderate Inflationsraten, obwohl die Löhne 2022 und 2023 wegen der zunehmenden Beschäftigung um etwas mehr als 1,5 Prozent ansteigen dürften.

Angesichts des moderaten Inflationsdrucks hält die OECD die expansive Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank für angemessen. Eine fortdauernde enge Überwachung der Finanzrisiken in diesem Zusammenhang sei aber gerechtfertigt.

Gleichzeitig solle der Bund seine pandemiebedingte fiskalpolitische Unterstützung nur schrittweise zurücknehmen, um die Erholung nicht zu beeinträchtigen, mahnt die Organisation. Die Hilfeleistungen sollten zunehmend auf die Unterstützung der am härtesten getroffenen Unternehmen und Personen und nicht auf die Sicherung von Arbeitsplätzen ausgerichtet werden. Zudem könnten Strukturreformen eine kräftige Erholung fördern.