Dass er in den Medien den Übernamen "Pannen-Schaeppi" erhalten habe, sei auf eine verzerrte Wahrnehmung zurückzuführen, meinte der Ende Monat als Konzernchef abtretende Schaeppi.

Denn insgesamt habe sich die Verfügbarkeit der Netze erhöht. Doch sei auch die Abhängigkeit davon gestiegen. "Das ganze Leben organisiert sich heute um unsere Produkte." Deshalb fielen Pannen, auch wenn sie nur kurz dauerten, auf. Wenn früher einmal ein Telefon ausgefallen sei, habe dies kaum zu grossen Reaktionen geführt.

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Am Dienstagabend waren - gerade während der Schlussphase eines Halbfinals in der Champions League - Swisscom-Dienste während Wartungsarbeiten ausgefallen. Persönlich habe ihn dies natürlich geärgert. Im vergangenen Jahr gab es verschiedene Ausfälle, bei denen auch die Notrufnummern von Polizei und Sanität betroffen waren.

Die Systeme seien extrem komplex geworden, hielt Schaeppi dazu fest. Und sie würden sich im Zuge der rasch fortschreitenden Innovation auch ständig weiter entwickeln. Es gebe keine Infrastruktur, die sich schneller verändere als diejenige der Swisscom. "Wir machen täglich 600 Eingriffe in unseren Netzen." Da könne, trotz aller Professionalität bei der Vorbereitung, ab und zu etwas passieren. Jeder Vorfall werde untersucht, und es werde daraus gelernt.

Sorgen und Zuversicht bei Netzausbau

Das Unternehmen Swisscom sieht Schaeppi gut aufgestellt. Es sei innovativ und wandlungsfähig. 70 Prozent der Umsätze würden mit Produkten erzielt, die es vor zehn Jahren noch nicht gegeben habe.

Als "besorgniserregend" stufte er den Umstand ein, dass der Ausbau des 5G-Netzes stockt. Der Datenverkehr nehme jährlich um etwa 30 Prozent zu, die Kapazität im Netz habe im vergangenen Jahr um fünf Prozent erweitert werden können.

Er sei aber zuversichtlich, dass sich das Momentum verbessern werde. Es habe bereits drei Millionen 5G-Handys in der Schweiz. "Das Gros der Kunden will diese Technologie". Sie sei effizienter, schneller, besser - es führe nichts an ihr vorbei.

Damit sich der Widerstand gegen den Antennenbau reduziere, müsse die Diskussion versachlicht werden. "Das schafft Swisscom nicht alleine, es braucht auch die Politik und die Wissenschaft", sagte Schaeppi. Auch in anderen Branchen - etwa im Energiebereich - würden grosse Projekte blockiert, die gesamtgesellschaftlich wichtig seien. "Ich wünschte mir, dass wir wieder mehr die grosse Sicht haben."

Schaeppi stieg 1998 nach der Gründung der Swisscom als Leiter Commercial Business im Mobilfunkbereich ein. In den vergangenen neun Jahren stand er dem Telekomanbieter als CEO vor. Ende Mai gibt er diese Funktion ab und wird bis Ende Jahr noch diverse Projekte für die Swisscom begleiten. Welche, das wollte er im Radio nicht sagen.