Der US-Aktienmarkt setzte seine im späten Vortageshandel eingeschlagene Erholung am Freitag fort, weil Börsianer es für denkbar halten, dass die US-Notenbank Fed auf ihrem schnellen Zinserhöhungskurs etwas den Fuss vom Gas nehmen könnte, sollte die Wirtschaft in eine Rezession rutschen und die Inflation sich etwas abkühlen.

Dies dürfe aber auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Stimmung am Markt nach wie vor sehr angespannt sei, betonte ein Händler. Denn nicht nur in den USA, auch in Europa ist das "R-Wort" ein Reizthema. Vor allem die Energiekrise ist auf dem alten Kontinent das grösste Wirtschaftsrisiko.

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Daher fehlt einigen Beobachtern im Hinblick auf die kommenden Handelstage der Glaube, dass das Stimmungstief schon überwunden ist. "Die Angst, auf dem falschen Fuss erwischt zu werden, ist allgegenwärtig", sagte der Händler.

Der SMI gewann schliesslich 3,54 Prozent auf 10'823,12 Punkte. Das Tagesplus entspricht auch in etwa dem Wochenplus, das somit am Freitag eingefahren wurde. Es war erst das zweite Plus der vergangenen zehn Wochen.

Auch der deutsche Leitindex stieg nach einem Schlussspurt letztlich um 1,59 Prozent auf 13'118,13 Punkte und glich damit die Wochenverluste nahezu aus. Der französische Cac 40 zog um 3,2 Prozent auf 6073,35 Punkte an. Der britische FTSE 100 schloss 2,7 Prozent höher mit 7208,81 Zählern.

Investoren griffen hierzulande vor allem bei jenen Werten zu, die in diesem Jahr bereits stark Federn lassen mussten, nachdem sie im vergangenen Jahr zu den Favoriten gehört hatten. So verteuerten sich beispielsweise die Papiere des Dentalbedarfherstellers Straumann um 6,5 Prozent. Auch Lonza, Givaudan oder Partners Group gehören in dieser Kategorie und zogen allesamt zwischen knapp 4 und rund 5 Prozent an.