Dazu komme der antizyklische Puffer, dessen Kosten der Konsument zumindest teilweise tragen müsse: "Tendenziell deutet alles auf höhere Hypothekarzinsen hin", sagte Scholl.

Trotz höheren Zinsen dürften aber die Immobilienpreise weiter ansteigen, gab sich der CEO der grössten Schweizer Kantonalbank überzeugt. "Wenn hohe Nachfrage auf zu knappes Angebot trifft, steigen die Preise." Die Preise hätten sich letztes Jahr erhöht und würden auch dieses und nächstes Jahr steigen. "Wir haben eine Unterversorgung an Wohneigentum. Bauprojekte dauern sehr lang."

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Alles wird teurer

Wegen des Ukraine-Krieges sehe die ZKB derzeit einige Schwankungen in der Erfolgsrechnung, so Scholl. Weil die ZKB breit diversifiziert sei, seien die Auswirkungen übers Ganze gesehen gegenwärtig überblickbar. "

Der Zürcher Kantonalbank läuft es ganz ordentlich. Die Zweit- und Drittrundeneffekte können wir momentan aber nicht abschätzen", sagte er. So wisse die ZKB nicht, was der Krieg für die Wirtschaft und für die Kunden der Bank bedeute "Sicher ist nur: Es wird alles viel teurer."

Bezüglich der Sanktionen gegen russische Oligarchen-Vermögen setze die ZKB um, was die westlichen Staaten beschliessen, betonte der ZKB-CEO. Spätestens seit dem US-Steuerstreit sei klar, dass Massnahmen der USA und der EU, zum Beispiel Sanktionen, "zeitverzugslos und vollständig" umgesetzt werden müssten. "Alle Banken haben das getan."

Keine Aktivitäten in Russland

Die konkrete Umsetzung der Sanktionen sei oft nicht ganz einfach, aber machbar, so der ZKB-Chef. Die ZKB habe aber kein russisches Private-Banking-Team, und Aktivitäten im russischen Markt habe die Bank nie zugelassen, betonte Scholl. Auch in London, wo viele reiche Russen leben, habe die ZKB kein Private Banking.

Scholl steht seit 2007 an der Spitze der ZKB. Seit vergangenem Mai ist bekannt, dass er das Amt des ZKB-CEO per Ende August 2022 niederlegen wird. Zu seinem Nachfolger ist Urs Baumann ernannt worden.