Die Pressemeldungen zum Thema Champagner lassen normalerweise selten auf sich warten, je näher die Lese rückt. Gute Nachrichten zu Traubenqualität oder Absatz gibt es schliesslich fast immer zu vermelden. In den vergangenen Monaten indes war es in Marketinghinsicht verblüffend ruhig. Wenn überhaupt geschrieben wurde, dann zu neuen Cuvées, die aufgrund der Zeitverzögerung in der Champagne – die Weine lagern jahrelang im Keller – erst jetzt in den Verkauf gelangen.

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Die Zurückhaltung lässt sich begründen, denn im direkten Gespräch mit Winzern und Kellermeisterinnen erfährt man viel über die problematischen Wetterverhältnisse im Jahr 2021. Frühjahrsfrost und Hagel dezimierten die Ernte, später kamen auch noch Pilzkrankheiten dazu. In vielen Weinbergen wurden nur zwei Drittel oder gar nur die Hälfte dessen eingebracht, was im Durchschnitt möglich gewesen wäre. Wirklichen Grund zur Sorge bieten diese Nachrichten freilich nicht. Die Winzer dieser Region planen langfristig, bunkern Reserven, lassen sich von einem singulären Ereignis nicht aus der Ruhe bringen. 2022 wird es schon wieder besser.