Eingang des Businesspark im Brünigmassiv

Brünig Mega Safe: Die Schatzkammer im Herzen der Schweiz

Sven Millischer
Von Sven Millischer
am 01.02.2020

Ab in die Tiefe: Der Eingangsbereich des Businessparks im Brünigmassiv.

Quelle: Markus Bertschi

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Im Bergmassiv des Brünig entsteht ein Hort für Gold, Kunst und Sprengstoff. Ein Besuch im «Businesspark im Berg».

«Was in der Kaverne lagert, geht nur den Besitzer etwas an», sagt Thomas Gasser, um sogleich anzufügen, dass man nur «saubere Ware» im Berg einlagern werde. Der knorrige Obwaldner Serienunternehmer gilt als Mastermind hinter dem Mega-Safe-Projekt.

Seine Felstechnikfirma hat er vor drei Jahren der nächsten Generation weitergegeben und deren Büros liegen einen Steinwurf vom Brünigmassiv entfernt.

Der Familienbetrieb mit 300 Mitarbeitenden ist auf Untertage, Felsbau und Sprengbetriebe spezialisiert. Know-how, das der findige Patron für den geplanten Tresorbau bestens nutzen kann. 6 Millionen Franken kostet die erste Etappe.

Die Bauarbeiten sollen im Frühjahr starten und 16 Kavernen umfassen. Vorausgesetzt, Gasser hat bis dahin mindestens acht verkauft. «Wir führen derzeit interessante Gespräche», gibt er sich zuversichtlich.

Foto: Markus Bertschi

Offenbar sind private Kunstsammler, aber auch Profi-Galeristen interessiert. Denn im Vergleich zu hiesigen Zollfreilagern sei der Zugang zum Mega-Safe weniger bürokratisch, versichert der Initiant: «Bei uns erhalten die Besitzer rund um die Uhr Einlass.»

So erstaunt es nicht, dass auch vermögende Ausländer, beispielsweise aus Südostasien, eine Kaverne in der Schweiz wollen. Derzeit kläre man ab, inwiefern die begehbaren Felstresore unter die Lex Koller fallen.

Das Bundesgesetz schränkt seit den achtziger Jahren den Erwerb von Grundstücken durch Personen im Ausland ein. Allerdings dürfte die «Überfremdung des einheimischen Bodens» im Berginnern kein Thema sein.

Initiant Brünig Mega Safe - Thomas Gasser

Thomas Gasser: Der 63-Jährige ist Initiant des Brünig Mega Safe, eines Tresorprojekts im Bergmassiv. Daneben war der Obwaldner Unternehmer während 25 Jahren Leiter der familieneigenen Felstechnikfirma mit 300 Angestellten.

Quelle: Markus Bertschi