Er ist der absolute Publikumsliebling – niemand gewann die Wahl zum Unternehmer des Jahres öfter als er: Peter Spuhler. Schon insgesamt fünf Mal wurde er mit dem Titel gekrönt. In diesem Jahr prämierten die Leserinnen und Leser wohl vor allem den Börsengang von Stadler Rail, der monatelang die Wirtschaftspresse dominierte. Für Spuhler war das Initial Public Offering (IPO) ein Erfolg: Mit seinem Aktienpaket verdiente er am ersten Börsentag rund 1,5 Milliarden Franken. Ein Geldregen ging auch auf etwa 170 Mitglieder des Kaders nieder.

Der Wert ihrer Aktienpakete, die sie vor dem Börsengang als Salärbestandteil zu deutlich tieferen Preisen erhalten hatten, explodierte regelrecht. Sie verdienten im Schnitt 1,7 Millionen Franken. Auch die Normalos im Betrieb profitierten mit bis zu einem ganzen Monatslohn extra. Bei 8500 Angestellten ein nicht zu vernachlässigender Betrag.

Das Spuhler-Märchen läuft inzwischen seit fast dreissig Jahren. 1989 kaufte Spuhler die kleine Thurgauer Firma mit 18 Angestellten und 4,5 Millionen Franken Umsatz – mit einem 5-Millionen-Kredit der Thurgauer Kantonalbank. Heute macht das Unternehmen, das mit Firmen wie Siemens und Alstom im Wettbewerb steht, etwa 2 Milliarden Franken Umsatz.

Viele Frauen ganz oben

Dem kommenden Jahr blickt der Vorzeige-Patron aber mit wenig Freude entgegen. «Ich habe für das nächste Jahr ein komisches Gefühl im Magen», sagte er kürzlich in einem Interview. Besonders bei den sogenannten Frühzyklikern, also Firmen, welche konjunkturelle Auf- oder Abschwünge als Erste spüren, sehe er Verunsicherung. Er ist selber namhaft an solchen Firmen beteiligt, nämlich mit 22 Prozent am Textilmaschinenhersteller Rieter und mit 17 Prozent an Autoneum. Der Autozulieferer musste kürzlich bereits seine dritte Gewinnwarnung aussprechen. Autoneum erwartet für 2019 einen Nettoverlust in zweistelliger Millionenhöhe, die Aktie dümpelt auf einem Allzeittief. «Die Auftragsbücher bei Stadler Rail sind aber sehr gut», beruhigt Spuhler.

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Neben Spuhler haben es in diesem Jahr viele Frauen ganz nach vorne im Ranking ­geschafft. Gleich auf Platz zwei folgt Ems-­Chefin Magdalena Martullo-Blocher, die sich 2018 und 2017 über den Titel «Unternehmerin des Jahres» freuen durfte. 2019 war für sie auch politisch ein erfolgreiches Jahr: Sie schaffte überraschend klar die Wiederwahl in den Nationalrat.

Auf Platz drei platzierten die Leserinnen und Leser mit Marianne Wildi keine Unternehmerin, sondern eine Managerin, die sich als Chefin der ursprünglich behäbigen Hypothekarbank Lenzburg einen schweizweiten Ruf als digitalaffine Fintech-Pionierin geschaffen hat.

Auf Platz vier schaffte es eine junge Startup-Unternehmerin, die zum ersten Mal auf der Liste steht: Sandra Tobler, Mitgründerin von Futurae Technologies. Ihr Unternehmen bietet Authentisierungs­lösungen an, die ohne Benutzerinteraktionen auskommen. Im Fokus des Jungunternehmens stehen speziell Kunden aus der Finanzbranche. Tobler steht für den risikofreudigen Typ der Startup-Gründerin. Früher half sie Schweizer Startups, im Silicon Valley Fuss zu fassen. Dann gab sie ihre sichere Stelle auf, um in die Startup-Welt einzutauchen. Ein starkes Zeichen, das viele Nachahmerinnen und Nachahmer verdient.

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