Die Business-Idee

Um passendes Personal zu finden, investieren Firmen in der Schweiz viel Zeit und Geld. Der Markt für Personalvermittler ist riesig, es gibt eine Unzahl von spezialisierten Agen­turen für verschiedene Branchen. Claudia Bolliger-­Winkler will diesen Markt mit Lionstep schneller und agiler machen. Und zudem den Kunden einen günstigeren Preis anbieten. Wie das gehen soll? Viele klassische Pro­zesse der Personalvermittlung übernimmt bei ­Lionstep die Maschine; das beginnt bei der ­Erhebung von Profilen im Web, dem Matching der Profile mit der Vakanz der Unternehmen und bei der Verteilung von Kandidatenanfragen an die Rekrutierungsexperten. Besonders die Nachfrage nach IT-Experten wächst enorm an und diese wollen digital gesucht und gefunden werden. Lionstep vermittelt nicht nur inländische Talente, sondern inzwischen auch solche im Ausland und fokussiert auf die Bereiche Marketing, Finanzen und Versicherung, Software und Managementpositionen.

upbeat - die Schweizer Startup-Serie

Unsere neue Startup-Serie «upbeat» porträtiert jede Woche ein Schweizer Jungunternehmen multimedial in Print, Audio und Video. Bleiben Sie dran, im Format Ihrer Wahl: Text, Bild und unterhaltsame Videos finden sie jede Woche auf handelszeitung.ch/upbeat oder in den sozialen Netzwerken. Den Podcast, mit vielen Tipps für Menschen, die selber in der Startupwelt durchstarten möchten, finden Sie auf Apple Podcasts und Spotify – und überall da, wo Podcasts zu Hause sind.

Die Gründer

Claudia Bolliger-Winkler gründete Lion­step 2016 zusammen mit José Parra Moyano. Die beiden konnten schon schnell Wachstum verzeichnen und etablierten 2017 Teams in Zürich, Spanien und Rumänien. 2017 erfolgte der Zusammenschluss mit dem HR-Tech-Start­up Tao, das sich darauf spezialisiert hat, grosse Datenmengen zu verarbeiten und Talente über Social-Media-Bots anzusprechen. Im gleichen Jahr stiessen Alexander Mazzara, Stefan Jaecklin und Leila Summa zum Kernteam. Vor der Gründung von Lion­step sammelte Claudia Bolliger-Winkler Erfahrungen in der PR- und Kommunika­tionsbranche sowie in der Strategieberatung. Vier Jahre lang war sie im Private-Equity-­Bereich tätigt. Die Jungunternehmerin besitzt zudem einen Master-Abschluss in Mana­gement und Ökonomie der Universität Zürich.

Der Markt

Der Markt für Personalvermittler in der Schweiz ist gross und teilt sich in drei Blöcke: Executive Search, also die Vermittlung von C-Level-Jobs, Professional Jobs, das ist der Grossteil der Stellen im Mittelbau von Firmen, sowie Temporärarbeit, etwa Jobs im Gastge­werbe. Das grösste Problem für alle drei Be­reiche: die Digitalisierung und preissensiblere Kunden. Das klassische, personalintensive Geschäft gerät damit immer mehr unter Druck. ­Lionstep versucht, persönliche Betreuung und digitale Tools so zu verbinden, dass ein güns­tigerer Preis möglich ist. Im ersten Schritt besprechen Firmen mit einem Lionstep-Experten ihre Anforderungen. Interessierte Kan­didaten werden im Gespräch mit Lionstep-­Recruitern ­geprüft und bei Passung für die Firmen frei­gegeben. Unternehmen sehen ständig, auf welchem Stand ihr Suchauftrag ist.

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Das Kapital

Lionstep vermittelt Kandidaten ab 2.970 Franken – ein auf dem Markt für gefragtere Jobs vergleichsweise günstiger Preis. Über Details der Finanzierung oder Investoren gibt das Unternehmen keine Auskunft. Für die nächsten drei Jahre bestehe aber ein fester ­Finanzierungs- und Wachstumsplan. ­Dabei gehe es nicht darum, massiv mehr Mit­arbeitende einzustellen – die Personalkosten müssen unter Kontrolle bleiben –, sondern vor allem darum, den Talentpool auszubauen und die Dienstleistung in noch mehr Ländern anzubieten. Inzwischen hat Lionstep 525 ak­tive Kunden und führt jährlich 15.000 Kandidatengespräche.

Die Startup-Serie upbeat wird Ihnen von der Credit Suisse präsentiert.

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Die Chance

Claudia Bolliger-Winkler managt das ­Firmenwachstum mit einer klar definierten Firmenkultur. Verboten ist eine Hidden Agenda, gefragt ist direktes und offenes Feedback. In ­einem immer preissensibleren und digital unter Zugzwang stehenden Markt sieht Bolliger-­Winkler Lionstep trotz Corona-Krise jedenfalls gut aufgestellt.