Die Business-Idee

Die Sterblichkeitsrate bei Bauchspeicheldrüsenkrebs beträgt momentan 95 Prozent. Die meisten Patientinnen und Patienten überleben den Krebs nach der Diagnose kein Jahr. Für die meisten bedeutet die Krankheit also immer noch ein sicheres Todesurteil. Gegen diese beunruhigenden Fakten kämpft Anne Schmidt mit ­ihrem Team bei Elthera. Sie haben einen Antikörper für die Diagnose und Behandlung von Krebspatienten entwickelt. Der Antikörper, der irgendwann zum Medikament werden soll, bindet ein Molekül namens L1CAM. Patienten und Patientinnen, deren Tumore dieses Oberflächenprotein produzieren, haben bei einer Krebsdiagnose eine besonders schlechte Prognose. Bei Mäusen ist die Wirksamkeit des Antikörpers schon nachgewiesen. Momentan sucht das Unternehmen nach einem eigenen Labor, um die weiteren Schritte für die Entwicklung des Medikaments zu gehen.

Die Gründer

Anne Schmidt stammt aus Pforzheim und hat vor ihrer Zeit bei Elthera beim Biotech-­Unternehmen Esba Tech in Schlieren gearbeitet und dort die Entwicklung von mehreren ­Medikamenten verantwortet. Vom deutschen Krebsforschungsinstitut in Heidelberg, an dem sie einst ihre Master-Arbeit geschrieben hatte, erhielt sie die Lizenz für das Patent für die Antikörper, mit denen sie nun arbeitet. Ebenfalls im Gründerteam ist Jacques Gaudreault, der bereits 23 Jahre Erfahrung im Sektor hat, unter anderem bei Genentech. Gunther Spohn komplettiert das Gründerteam; er hat ebenfalls bei Esba Tech gearbeitet, einem Unternehmen, das vom Basler Pharmariesen Novartis übernommen wurde.

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Der Markt

Die Krebsforschung ist eine der wichtigsten Sparten der pharmazeutischen Industrie. Elthera und das Team von Anne Schmidt sind bestens vernetzt; die meisten Investorinnen und Investoren in diesem Bereich, vor allem in der Schweiz, kennt Schmidt persönlich. Sie würde sich wünschen, dass auch andere Schweizer Financiers verstärkt hier investierten – heute könne man ohne europäische Finanzierung kein solches Projekt wie Elthera aufbauen. Besonders England ist für Startups in der Krebsforschung europaweit das Nonplusultra. Junge Gründerinnen und Gründer würden momentan leider nicht aus dem ­europäischen Ausland in die Schweiz kommen, um hierzulande in diesem Bereich durchzustarten, trotz der Präsenz von zwei der grössten Pharmaunternehmen der Welt und blühenden Ökosystemen wie in Schlieren, wo Elthera beheimatet ist.

upbeat - die Schweizer Startup-Serie

Unsere neue Startup-Serie «upbeat» porträtiert jede Woche ein Schweizer Jungunternehmen multimedial in Print, Audio und Video. Bleiben Sie dran, im Format Ihrer Wahl: Text, Bild und unterhaltsame Videos finden sie jede Woche auf handelszeitung.ch/upbeat oder in den sozialen Netzwerken. Den Podcast, mit vielen Tipps für Menschen, die selber in der Startupwelt durchstarten möchten, finden Sie auf Apple Podcasts und Spotify – und überall da, wo Podcasts zu Hause sind.

Das Kapital

Schmidt hat sich das Ziel gesetzt, in den nächsten Jahren bis zu 15 Millionen Franken für das Jungunternehmen zu sammeln, um noch stärker selber forschen zu können. 2019 erhielt Elthera 2,5 Millionen Euro im Rahmen des EU-Förderprogramms Horizon 2020. «Dies bringt uns einen Schritt näher dahin, die Sicherheit und Wirksamkeit bei Patientinnen und Patienten der Anti-L1CAM-Antikörpertherapie für verschiedene Tumorarten zu bewerten, einschliesslich Eierstock- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs», erklärte Schmidt damals.

Die Chance

Wenn der Antikörper auch beim Menschen stark genug wirkt, könnte er das Wachstum der gefürchteten Tumore wie Bauchspeicheldrüsenkrebs und Eierstockkrebs hemmen oder sogar zurückdrängen – und damit die Sterblichkeitsraten reduzieren. Von Rückschlägen lassen sich Schmidt und ihr Team nicht entmutigen. Der Fokus des Teams sei klar; einen Exitplan, falls die Wirksamkeit nicht nach­gewiesen werden kann, haben die drei nicht. Man denke positiv und vorausschauend, so Schmidt, und da sei der Exit durch die Übernahme von einem Pharmaunternehmen die wahrscheinlichere Variante.

Die Startup-Serie upbeat wird Ihnen von der Credit Suisse präsentiert.

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