Die Business-Idee

«Wilhelm» – angelehnt an den eidgenössischen Nationalhelden Wilhelm Tell –, so heisst das Getränk, das die Indiedrinks GmbH aus Meilen 2020 auf den Markt gebracht hat. «Mit unserem Apfellikör bringen wir des Schweizers liebstes Obst ins Cocktailglas», sagt Mitgründerin Kamylla Lisi-Brandino. Und nicht nur beim Namen, sondern auch beim Branding setzt das junge Unternehmen auf Swissness: Auf dem Logo der leicht ovalen Flasche prangt ein Apfel, in dem ein Pfeil steckt, der an Wilhelm Tells sagenumwobenen Apfelschuss erinnert. Das kann man sicher auch mit einem Augenzwinkern verstehen, denn in der alkoholischen Flasche steckt immerhin Apfel mit Schuss. Beschrieben wird das Produkt als «aromatischer Volltreffer».

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Die Gründer

Bereits 2013 begann Kamylla Lisi-Brandino gemeinsam mit ihrem Mann Samuel Lisi, auserlesene Spirituosen in die Schweiz zu importieren. Das Kerngeschäft: schweizweit exklusiver Vertrieb von besonderen, familiengeführten Destillerien aus der ganzen Welt. «Unser Angebot ist klein, aber fein – wir kennen jede einzelne Produktionsstätte persönlich», beschreibt die Mitgründerin das Konzept, «und wir setzen auf die Geschichten hinter den Spirituosen.» Alkoholische und alkoholfreien Gins sowie Wodka und Biere, meist mit kultig-coolen Designs, vertreibt Indiedrinks unter anderem. Mit der Lancierung eines eigenen Getränks gehen sie nun einen Schritt weiter: «Die Idee zu ‹Wilhelm› hatten wir schon länger», sagt Lisi-Brandino. Doch erst im Corona-Jahr, als die Gastronomie geschlossen war und keine Messen mehr stattfanden, hätten sie tatsächlich Zeit gehabt, «Wilhelm» zu realisieren. Gemeinsam mit einer Familienbrennerei im Zürcher Oberland entwickelten sie das Getränk. Zusammen mit Barkeeper Dirk Hany von der Zürcher Bar am Wasser haben sie zudem fünf Cocktailrezepte rund um den Schweizer Apfellikör entwickelt – darunter den «Sparkling Wilhelm» mit Champagner und Feigensirup oder den leicht blutig aussehenden «Wilhelm’s Apfelschuss» mit Aperol und Früchtesirup.

Der Markt

«Die Konkurrenz im Getränkesektor ist natürlich sehr, sehr gross – das wissen wir», so Lisi-Brandino, «wir glauben aber speziell bei ‹Wilhelm› an die Swissness und den verhältnismässig niedrigen Alkoholgehalt von 20 Prozent.» Der Drink solle nämlich all jene ansprechen, die mit einer leichteren Alternative beim Apéro anstossen oder softere Cocktails geniessen möchten. «Das steigende Gesundheitsbewusstsein spielt auch bei Alkoholika eine immer wichtigere Rolle», ist sie sicher. Ein Blick auf die Statistik untermauert das: In den vergangenen zwanzig Jahren hat der Pro-Kopf-Konsum von Alkohol laut Statista in der Schweiz um 1,6 Liter auf rund 7,6 Liter abgenommen. Die Getränkemarktanalyse «No- and Low-Alcohol Strategic Study 2021» zeigt ausserdem, dass Spirituosen ohne oder mit wenig Alkohol ihren Absatz von 2020 auf 2021 um 32,7 Prozent steigern konnten. In diesem Segment wird bis 2024 das stärkste Wachstum erwartet.

upbeat - die Schweizer Startup-Serie

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Das Kapital

Das junge Unternehmen ist komplett selbst finanziert. «Wilhelm» wird mittlerweile von einem grösseren Partner produziert und in der Schweiz abgefüllt. Bei Coop kann man den Apfellikör bereits kaufen.

Die Chance

«Nach diversen Lockdowns hoffen wir, dass wir noch in diesem Jahr eine offizielle Launchparty schmeissen können, bei der wir feiern, den ‹Wilhelm› auf die Welt gebracht zu haben», sagt die Mitgründerin. Bei Degustationen, Messen und Profi-Masterclasses mit Barkeepern wollen sie den Likör in der Schweizer Gastroszene zum neuen Kultgetränk machen.

Die Startup-Serie «upbeat» wird Ihnen von der Credit Suisse präsentiert.