Die Business-Idee

Viele Firmen, darunter auch Finanzinstitute und sehr bekannte Unternehmen wie der Technologiekonzern Ruag, werden regelmässig Opfer von Hackern und Datendieben. Oft bleiben die Attacken lange unentdeckt – und die Eindringlinge können sich zum Teil über Monate an sensiblen Informationen ­bedienen oder das IT-System eines Unternehmens nachhaltig schädigen.

Exeon bietet mit seiner Software Exeon ­Trace eine Analyse von IT-Logdaten von Firmen und findet so verborgene Bedrohungen. Die Dringlichkeit ist gegeben, denn im Durchschnitt bleiben Angreifer rund 200 Tage unentdeckt im System der betroffenen Firma. Und die Schäden gehen oftmals in die Millionen. So bilanzierte etwa der Gebäudetechnikspezialist Meier Tobler letztes Jahr ­einen Verlust von
5 Millionen Franken durch einen Ransomware-­Angriff. Exeon verspricht, solche Kosten durch seine Schutzsoftware und durch die Betreuung von Firmenkunden zu vermeiden.

upbeat - die Schweizer Startup-Serie

Unsere neue Startup-Serie «upbeat» porträtiert jede Woche ein Schweizer Jungunternehmen multimedial in Print, Audio und Video. Bleiben Sie dran, im Format Ihrer Wahl: Text, Bild und unterhaltsame Videos finden sie jede Woche auf handelszeitung.ch/upbeat oder in den sozialen Netzwerken. Den Podcast, mit vielen Tipps für Menschen, die selber in der Startupwelt durchstarten möchten, finden Sie auf Apple Podcasts und Spotify – und überall da, wo Podcasts zu Hause sind.

Die Gründer

Die Kernidee für das Unternehmen hat Gründer David Gugelmann in seiner Doktorarbeit an der ETH-Zürich entworfen. 2016 folgte die Ausgründung des ETH-Spin-offs. 2015 wurde er zusammen mit Fabian Gasser und Bernhard Ager, beide ebenfalls von der ETH, sowie Vincent Lenders von Armasuisse an der Digital Forensic Research Conference in Dublin ausgezeichnet. Im Rahmen eines gemeinsamen Forschungsprojekts der ETH und Armasuisse skizzierten die vier eine neuartige Methode für die forensische Analyse von Netzwerkverkehrsdaten als Mittel gegen moderne Bedrohungen im Cyberspace. Im heutigen Führungsteam sitzen neben Chef Gugelmann auch CTO Markus Happe, COO Carola Hug und Finanzchef Sandro Ferrari. Ins­gesamt beschäftigt das Startup derzeit zehn Personen.

Der Markt

Exeon konnte bereits grosse Banken und andere Firmen als Kunden gewinnen. Das ­Geschäft verläuft trotz der zurzeit herrschenden Corona-­Krise gut. Das einzige Problem sei, dass momentan viele Techniker bei den Kunden sehr damit beschäftigt seien, die Home­office-­Arbeit sicher und am Laufen zu halten. Da bleibe weniger Zeit für die Kooperation mit externen Dienstleistern. Den Schock durch die Corona-­­Krise versuchte Gugelmann bei seinen Mitarbeitenden abzumildern, indem er erklärte, dass das Businessmodell von Exeon von der momentanen Situation nicht betroffen sei. Auch der Wechsel ins Homeoffice sei für das Team kein Problem gewesen, da bereits vor Corona alle Mitarbeitenden mindestens einen Tag pro Woche zu Hause gearbeitet hätten.

Das Kapital

Das Unternehmen war bereits kurz nach dem Start profitabel, da sofort Kunden gewonnen werden konnten. Dadurch war auch die Zusammenarbeit mit Investoren und Business Angels einfacher, da Gugelmann und sein Team nicht erst beweisen mussten, dass das Konzept funktioniert. 2018 wurde eine erste Finanzierungsrunde ab­geschlossen, um das Wachstum zu be­schleunigen. 

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Die Chance

In den nächsten Monaten steht für Gugelmann und sein Team eine starke Expansion im Vordergrund. Im Fokus sind dabei vor ­allem Firmen aus dem DACH-Raum. Hier gilt es, aktiv und mit hohem Tempo neue Kundenkontakte aufzubauen und die Dienstleistung zu bewerben. «Als Gründer ist man immer selber dafür verantwortlich, dass die Dinge vorwärtsgehen; es gibt keine Deadlines wie an der Uni.» Ein Leben ausserhalb der Start­up-Welt ist für Gugelmann dennoch grundsätzlich vorstellbar. Das stehe derzeit aber überhaupt nicht im Fokus, so der Gründer. Jetzt gelte es, schnell zu wachsen.