Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel greift ­wegen der Pandemie zur industriepolitischen Bazooka. Ihre Koali­tionsregierung hat Anfang Monat ein Konjunktur- und Krisenbewältigungs­pa­ket geschnürt unter dem Titel «Corona-­Folgen bekämpfen, Wohlstand ­sichern, Zukunftsfähigkeit stärken». Darin greift Merkel auch der ­Autoindustrie unter die Arme: Verpackt in einem «Zukunftspaket» soll der Weg vom Ottomotor hin zum Elektroantrieb staatlich abgefedert werden.

Was in der Finanzkrise die Abwrackprämie war, heisst in der ­Corona-Pandemie Innovationsprämie. Kostenpunkt: 2,2 Milliarden Euro. Bis Ende Jahr werden so in Deutschland E-Autos, die nicht mehr als 40'000 Euro kosten, mit 6000 Euro staatlich verbilligt. Hinzu kommen Herstellerprämien auf strombetrie­bene Fahrzeuge von mindestens 3000 Euro sowie ein befristet tieferer Mehrwertsteuersatz von 16 statt 19 Prozent.