Nora Kronig Romero hat nicht viel Zeit, hetzt von Termin zu Termin, den nächsten hat sie gleich mit Bundesrat Alain Berset. Ihre Miene ist ernst, der Blick geradeaus, als ob sie mit ihren Gedanken längst woanders wäre. Sie wirkt angespannt, etwas genervt von den ständigen Meldungen, was sie bei der Impfstoffbeschaffung wieder alles falsch gemacht habe. Zu wenig Impfdosen, Lieferengpässe, Zahlenwirrwarr – der Druck auf die Vizedirektorin im BAG ist riesig.

Kronig ist die oberste Impfstoff-Dealerin des Landes. Mit dem Segen von Berset führt sie die Verhandlungen mit Vakzin-Herstellern und muss dafür kämpfen, dass genügend Impfstoff für die Schweiz gesichert ist. «Die Verhandlungen sind hart», sagt Kronig Romero. Es komme aufs Detail an, auf das, was der Staat und die Pharmafirmen im Vertrag alles fixiert haben wollen. Es ist viel. Laut Agreement zwischen Pfizer und Israel sind es Gerichtsstand, Haftungsfragen und allfällige Folgeschäden nach dem Impfen. «Es muss juristisch sauber sein, warum worauf geklagt werden könnte», sagt ein Insider.