Am Morgen noch Machtdemonstration und markige Sprüche, am Abend die Vollbremsung: Donald Trump sorgte in Davos einmal mehr für diplomatisches Schleudertrauma. Beim Weltwirtschaftsforum polterte der US-Präsident über Grönland, Zölle und Besitzansprüche. Wenige Stunden später dann die Kehrtwende: keine Strafzölle gegen Europa, ein «Rahmen für einen Deal» mit der Nato – vorerst Entwarnung. Offiziell verkauft Trump die Kehrtwende als Ergebnis kluger Verhandlungen. Doch wer genauer hinschaut, erkennt ein anderes Muster: Der US-Präsident ist nicht zur Einsicht gelangt – er wurde gestoppt.

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Europa zeigt Zähne

Denn diesmal reagierte Europa anders als gewohnt. Statt sich irritiert, aber passiv zu geben, formierte sich rasch Widerstand. EU und Nato signalisierten hinter den Kulissen unmissverständlich, dass man neue US-Zölle nicht schlucken würde. Für Trump, der seine Macht gerne in bilateralen Duellen ausspielt, war diese Geschlossenheit ungewohnt – und gefährlich. Diplomaten in Davos sprachen gegenüber Sky News davon, dass der Ton gegenüber Washington schärfer war als bei früheren Eskalationen.