Die Präsidentenwahl findet erst Mitte Oktober statt, wenn überhaupt. Doch die Wogen schlagen schon hoch in der Elfenbeinküste. Am lautesten trommeln «Les Amis de Tidjane Thiam», die den früheren Credit-­Suisse-Chef lieber heute als morgen im Präsidentenpalast in Abidjan sehen möchten. Ein Superöko­nom sei er, ein Champion Afrikas, schwärmen seine zumeist jungen Anhänger im westafrikanischen Staat.

Ihr Hoffnungsträger, «ein integrer Leader», habe eben noch für seine Arbeit einen Bonus über 30 Millionen Franken gekriegt, wird ebenfalls vermeldet. Allerdings nicht mit ätzendem Unterton wie hierzu­lande, sondern mit echter Bewunderung. Selbst das als nüchtern geltende Magazin «Jeune Afrique» stimmte in die Eloge ein und titelte kürzlich nicht ohne Stolz: «Die Elfenbeinküste erwartet die Rückkehr ihres verlorenen Sohnes.» Kein Portal, keine Gazette, so scheint es, die Thiam dieser Tage nicht im Strahlenlicht erhellt. So viel Lob heimste er in den gesamten fünf Jahren an der Spitze der Zürcher Grossbank nie ein.