Rund eine halbe Million Hunde und mehr als doppelt so viele Katzen leben in Schweizer Haushalten. Leider müssen auch unsere treuen Begleiter gelegentlich zum Arzt, und das kann bisweilen teuer werden und auch mal Kosten von 1000 Franken auslösen. Komplizierte Eingriffe wie künstliche Gelenke für die Katze oder den Hund übersteigen diese Grenze noch einmal um ein Vielfaches.

Eine Möglichkeit, die Kosten für regelmässige Tierarztbesuche oder unfall- oder krankheitsbedingte Operationen auszugleichen, ist der Abschluss einer Haustierversicherung. Wie bei der menschlichen Krankenversicherung wird eine monatliche Prämie fällig, und je nach Police deckt die Versicherung einen Teil bestimmter Behandlungen und Verfahren ab.

Haustierversicherungen sind allerdings nicht «one-size-fits-all». Die monatlichen Prämien hängen von mehreren Faktoren ab, darunter die gewählte Deckung, die inkludierten Leistungen, die Höhe der Selbstbeteiligung, um nur einige Faktoren zu nennen – sowie natürlich vom Haustier selbst. Seine Rasse, sein Alter, sein bestehender Gesundheitszustand und seine Risikofaktoren können eine Rolle spielen bei der Bestimmung, was Herrchen und Frauchen jeden Monat zu bezahlen haben, um es abzudecken.

Nur wenige Anbieter in der Schweiz

Eine überschaubare Anzahl von Anbietern bestreitet in der Schweiz den Markt für Haustierversicherungsprodukte. Die drei bekanntesten sind:

  • ANIMALIA: Animalia versichert ausschliesslich Hunde und Katzen in der Schweiz und ist seit dem 1. Januar 2016 eine Marke der Gruppe Vaudoise Versicherungen.
  • EPONA: Die in Lausanne domizilierte Genossenschaft hatte zu Beginn ihrer über hundertjährigen Geschichte die Nutztierversicherung im Fokus. Mittlerweile werden vor allem die drei Hauptsegmente Pferde, Kleintiere (Hunde und Katzen) und Pensionstiere versichert.
  • WAU-MIAU: Die Europäische Reiseversicherung ERV, Zweigniederlassung von Helvetia Versicherungen, hat ein Versicherungs- und Dienstleistungspaket für Hunde und Katzen in Zusammenarbeit mit Medicall und Coop Rechtsschutz zusammengestellt.

Jede Versicherung versucht, sich nebst der Paket- und Prämiengestaltung mit weiteren Dienstleistungen von den Mitbewerbern abzuheben: Animalia zum Beispiel mit einem umfassenden Ratgeber und Merkblättern auf ihrer Website, Jahresverträgen, einer mobilen App, wo Rechnungen «einfach, schnell und sicher» eingereicht werden können, zurzeit mit einem Geschenk für einen neuen Versicherungsabschluss in Form eines Erste-Hilfe-Sets oder neu mit einer Versicherungsdeckung für Erbkrankheiten und Geburtsgebrechen. Epona ihrerseits wirbt mit massgefertigten Leistungen je nach Bedarf, einer weltweiten Deckung von Krankheiten und Unfällen sowie verschiedenen Zusatzpaketen für Erbkrankheiten, Todesfall und einer Tierassistance 24 h / 7 Tage. Bei einem Onlineabschluss profitiert der Halter zudem von 10 Prozent Vergünstigung.

In der «Rundumversicherung für Hund und Katze» von Wau-Miau sind ein Lost-&-Found-Service sowie Rechtsschutz und Reiseversicherung inbegriffen. Die Wau-Miau-Notrufzentrale, welche in Zusammenarbeit mit Medicall bestritten wird, steht Versicherungsteilnehmern rund um die Uhr während 365 Tagen im Jahr zur Verfügung, sollte das versicherte Tier in eine Notlage geraten. Die Reiseversicherung ist als Ergänzung zu einer bestehenden Personenreiseversicherung für Annullierungskosten und SOS-Schutz konzipiert. Dadurch wird die schwere Erkrankung oder Verletzung eines Tieres zum versicherten Ereignis einer bestehenden Personenreiseversicherung.

Markttaugliche Produkte entwickeln

Nach inoffiziellen Zahlen hat zurzeit nur jeder zehnte Halter sein Haustier versichert. Um das bestehende Potenzial besser ausschöpfen zu können, überprüfen die Marktführer regelmässig ihre Leistungspakete und ergänzen diese. Mit der Einführung von Animalia Comfort vor ein paar Wochen verfügen zum Beispiel die Kunden der Vaudoise gemäss Didier Huot, Leiter Business Development Animalia, neu über eine sehr attraktive Lösung für die Deckung von Erbkrankheiten und Geburtsgebrechen. Dies mit unlimitierter Versicherungssumme, ohne Gesundheitsprüfung und mit einer Karenzfrist von lediglich 90 Tagen.

Anzeige

Epona plant in Zukunft ein Sorglos-Paket für Tierhalter im Bereich Hund und Katze, welches alle Leistungen eines Tieres in seinem Tierleben abdeckt, so Christian Jetzer, Vertriebsleiter D-CH bei Epona. Mit diesem Produkt kann der Kunde sein Tier für alle Eventualitäten versichern und muss sich um nichts mehr kümmern. Und Wau-Miau hat vor rund einem Jahr ihre bestehenden Pakete mit «Anexo» ergänzt. Anexo deckt neu zusätzlich 80 Prozent der Kosten bei Krebserkrankungen, Tumoren und Lymphomen, Erbkrankheiten sowie rassebedingten Erkrankungen ab. Laut Jan Kundert, CEO von ERV, wird damit einem grossen Bedürfnis der Tierhalter Rechnung getragen. Weitere Produktinnovationen seien zurzeit nicht geplant, ERV beobachte aber den Markt genau, so Kundert weiter, und sei bereit, jederzeit das Angebot auszubauen.

So fühlen sich Kunden gut beraten

Für einen Versicherungsnehmer ist es oft nicht leicht zu entscheiden, welche Versicherung für ihn und sein vierbeiniges Familienmitglied die geeignetste ist. Als Hilfestellung kann der Versicherer entweder im Beratungsgespräch oder online einige wichtige Punkte thematisieren:

Auf Altersgrenzen hinweisen: Bei Abschluss einer Versicherung gibt es terminliche Einschränkungen: Die üblichen Altersgrenzen liegen bei drei bis fünf Jahren für Katzen und sechs bis sieben Jahren für Hunde. Wer sein Haustier so schnell wie möglich versichert, stellt sicher, dass es für die meisten Versicherungsfälle in Frage kommt. Wer diesen Zeitpunkt verpasst hat, der kann auf den Abschluss einer reinen Unfallversicherung hingewiesen werden, damit wenigstens die Behandlungskosten übernommen werden, die beispielsweise infolge eines Autounfalls entstehen.

Einschränkungen offenlegen: Mehrere Faktoren können die Versicherungsdeckung eines Haustieres beeinflussen; bereits bestehende Erkrankungen sind eine davon. Für viele Haustierversicherungs-Anbieter gilt ein Zustand als bereits vorhanden, wenn Anzeichen beobachtet werden, nicht erst zum Zeitpunkt der Diagnose. Das heisst, wenn ein Haustier vor seiner Versicherung Anzeichen von Krankheit oder Verletzung aufweist, ist der Zustand möglicherweise nicht versichert. Es ist zudem wichtig mitzuteilen, dass Haustierversicherungs-Policen auch Wartezeiten haben können, bevor eine Deckung greift.

Inkludierte Leistungen und Abdeckung: Die meisten Haustierversicherungs-Pläne decken eine breite Palette von Krankheiten und Verletzungen ab, bieten aber nicht zwingend eine Deckung für die präventive Pflege, wie jährliche Untersuchungen, Impfungen, Laborarbeiten, routinemässige Zahnreinigungen oder für chronische Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Probleme oder Diabetes. Eine auf die Bedürfnisse des Halters fokussierte Deckung sollte im Sinne aller Vertragsteilnehmer sein.

Passende Versicherungssumme anbieten: Die Versicherungssumme gibt den Höchstbetrag an, den der Halter vom Versicherer für die Behandlung seines Haustieres erhält. Einige Tarife sehen hierfür keine Obergrenze vor. Allerdings sind diese Optionen mit den höchsten Prämien verbunden. Es kann daher für den Halter sinnvoll sein, die Versicherungssumme zu begrenzen, um an den Beiträgen zu sparen. Häufig gewählte Summen sind 5000, 3000 und 2000 Franken.

Höhe der Franchise diskutieren: Wer Hund oder Katze versichern möchte, trifft auf Angebote ganz ähnlich denjenigen für die menschliche Krankenversicherung. So richtet sich die Prämie nach der Wahl der Franchise. Mit der Wahl des Selbstbehalts kann die Höhe der Jahresbeiträge gesteuert werden.

Anzeige

Finanziell abgesichert

Zu den wichtigsten Vorteilen der Haustierversicherung gehören die finanzielle Planbarkeit und die finanzielle Sicherheit. Wenn das Haustier versichert ist, bedeutet das, dass der Halter nie wichtige Entscheidungen über dessen Pflege auf der Grundlage der Kosten treffen muss – und das ist für viele Haustierhalter von unschätzbarem Wert.

Des Menschen bester Freund muss ab und zu auch mal zum Tierarzt. Je nach Behandlung kann das teuer werden – was eine entsprechende Versicherung umso interessanter macht.

Nach inoffiziellen Zahlen hat zurzeit nur jeder zehnte Halter sein Haustier versichert.